Der Ausweg (Gedicht)

Der Ausweg

Wer Freiheit will,
muss Wahrheit suchen.
Wer Wahrheit trifft,
wird Schmerz empfinden –
den von Täuschung und Betrug,
von eig’ner Missetat und Niedertracht.

Der Schmerz ist ein Symptom der Heilung.
Wer nicht wagt, ihn zuzulassen,
wird weiter darben
in der scheinheiligen Welt der Lügen
entstellt und unentfaltet
bis zur schlussendlichen Erschöpfung.

Die Wahrheit ist versöhnlich.
Sie vereint, was tief gespalten
in uns selbst und auch im Außen.
In ihrer unpolitischen Korrektheit
zeugt sie von göttlicher Natur.
Mit ihr wirst du unsterblich.

Ein Schutzgeld namens Lohnsteuer?

Dass Arbeit – nicht zu verwechseln mit sinnvollen, lebensdienlichen, herrschaftsfreien Tätigkeiten – ein patriarchal-ökonomisches Zwangsverhältnis darstellt, dessen sind wir uns schon lange bewusst. Drum: Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Ein pikantes Detail gigantischen Ausmaßes war uns allerdings bislang entgangen, obwohl es doch – im wahrsten Sinne des Wortes – wie ein offenes Buch vor uns liegt. (Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht oder es fehlt einer einfach an Phantasie für derlei Dreistigkeiten.) Das Justizministerium und sein Bundesamt stellen uns, dem Bundespersonal, ja großzügigerweise sämtliche Gesetze online kostenlos zur Verfügung, wie sie auf ihrer Homepage fettgedruckt hervorheben. Dafür arbeiten die mehr als 1.200 Mitarbeiter*#&%§innen wahrscheinlich selbstlos und aufopferungsvoll rund um die Uhr… Es geht um das Einkommenssteuergesetz. Schaut man sich dieses Wunderwerk deutscher Sprache einmal genauer an, so begegnen einer die drei Begriffe: Einkommen, Einkünfte und Einnahmen. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert verschwurbelt geht, definiert sich das eine verschachtelt aus dem anderen. Ist diese Verwirrung am Ende sogar gewollt? So erfahren wir in § 2 ‚Umfang der Besteuerung und Begriffsbestimmungen‘, dass unter anderen die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, also aus Lohnsklaverei, der Einkommenssteuer unterliegen. Sodann erfahren wir im zweiten Absatz desselben Paragraphen, was wir unter Einkünften zu verstehen haben, nämlich im Falle der nichtselbständigen Arbeit den „Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten“. Aha.

Nun stellt sich uns Laien folgende Frage: Was sind Einnahmen und wer hat welche? Vielleicht liegen wir Dummerchen mit unserer naiven Annahme falsch, aber vor unserem geistigen Auge taucht beim Wort „Einnahmen“ die Kasse aus dem Kaufmannsladen auf. Bei längerem Sinnieren können auch Herrscher einnehmen, nämlich fremde Länder, Soldaten eine feindliche Stellung, ein Pharmagläubiger Tabletten. Auch eine Friseurmeisterin kann Geld einnehmen, um davon die Ladenmiete zu bezahlen. Aber nimmt eine Arbeiterin ihren Lohn ein, ein Angestellter sein Gehalt? Weiter unten im Gesetzestext, genauer gesagt in § 8 ‚Einnahmen‘, hofft die gespannte Leserin leider vergebens auf eine Klärung, verweist dieser Paragraph doch wieder auf § 2 – so schließt sich der Kreis bzw. beißt sich die Katze in den Schwanz und offen bleibt die Frage: Was sind Einnahmen? Sind Löhne und Gehälter Einnahmen? Und haben der Lehrling oder die Krankenschwester überhaupt Überschüsse?

Eine Antwort bekommt man leider weder auf der Homepage noch auf Nachfrage. Zu sehr beschäftigt sind die Staatsdiener*+-)=(innen mit wichtigeren Anliegen. Und warum wolle man das überhaupt wissen? (Wer gnädigerweise eine Auskunft möchte, muss sich erst einmal rechtfertigen.) Die unvoreingenommene online-Enzyklopädie stützt unsere Annahme der Ladenkasse und verweist aufs kaufmännische Rechnungswesen, finanzen.net wird noch etwas deutlicher und definiert Einnahmen als: „Monetäres Äquivalent der veräußerten Güter und Dienstleistungen eines Unternehmens, welches zu einer Erhöhung des Geldvermögensbestandes führt“. Das trifft dann jawohl auf Lohnsklaven nicht zu, oder? Werden wir hier etwa in dreister, um nicht zu sagen, mafiöser Manier vom eigenen Vater Staat abgezockt? Immerhin machen ja Lohn- und Einkommenssteuer mit fast 40 % den größten Anteil der staatlichen Steuereinnahmen aus, teilt uns das Warbu.. äh Noch-Scholz-Ministerium mit. Womit wir bei dem nächsten Schwurbel-Begriff wären: Lohnsteuer.

In § 38 heißt es: „Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer)“. Da sind sie wieder unsere drei Probleme: Einkommen sind Einkünfte sind Einnahmen… Und wieso steht die größte staatliche Steuereinnahme, die Lohnsteuer, im Fließtext nur ausgegrenzt und eingezäunt in Klammern? Jaaa, teilt man mit: Das sei ja nur ein umgangssprachlicher Begriff. Ach so, und ein Bundesministerium verwendet in seinen offiziellen Veröffentlichungen Umgangssprache? Und wenn Lohnsteuer doch ein Teil der Einkommenssteuer sein soll, warum erfindet man dann überhaupt einen neuen Begriff und bleibt nicht einfach bei Einkommenssteuer? Und wer hat diesen Begriff überhaupt erfunden? Umgangssprache entwickelt sich im Volk, aber erfindet sich ein Volk eine eigene Steuer?

Bleiben noch die Werbungskosten („…sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen, § 9): Wenn das brave, arbeitsgenötigte Bürgerlein schön seine Einkommenssteuererklärung abgibt, bekommt es als Belohnung ganz großzügig ein paar Almosen für Werbungskosten zurückerstattet. Dann freut sich das Bürgerlein über die paar Kröten und stellt keine blöden Fragen, ob das ganze überhaupt seine Richtigkeit hat, ob ein gegängelter Arbeitnehmer überhaupt Überschüsse, Einnahmen und Werbungskosten hat. Ein bißchen Sand in die Augen streuen und die Sache ist geritzt.

Geistiger Brandstifter für unsere Recherchen war der Demokratieketzer Aaron Russo. In seinem Dokumentarfilm ‚America: Freedom to Fascism‘ deckte er 2005 auf, dass die Einkommenssteuer („income tax“), die der IRS von der US-amerikanischen Arbeiterschaft eintreibt, völlig illegal ist, weil es dafür überhaupt kein Gesetz gibt (Stand 2005). Wer nicht zahlt, landet allerdings im Knast. Und auch der IRS (internal revenue service, revenue heißt Einnahmen!) ist eine sehr zwielichtige Steuer-„Behörde“ mit euphemistischem Namen. (Haben wir nicht auch irgendso eine Service-“Behörde“ in Deutschland?) Russo wird im Film bedroht. Er starb 2007 nach seinem letzten (?) Interview mit Alex Jones, wo er von einer Unterhaltung mit Nick Rockefeller berichtete, der ihm vom Plan, die ganze Menschheit chippen zu wollen, erzählt haben soll. Aber das ist sicherlich nur eine böse Verschwörungstheorie und sicherlich sind auch wir einfach nur zu doof, Gesetzestexte richtig zu verstehen…

R.I.P. Aaron Russo

Quellen:

Ein Rätsel (Gedicht)

Ein Rätsel

Wer bin ich?
Ich bin allgegenwärtig.
Ich habe viele Gesichter und bin doch unsichtbar.
Du kannst mich nicht hören oder schmecken.
Du kannst mich fühlen, aber nicht tasten.
Manche meinen, sie könnten mich riechen.

Die Werbung benutzt und missbraucht mich, weil ich so beliebt bin.
Manche wollen mich einschränken, verbieten oder wegsperren.
Sie halten mich für gefährlich. Aber ich bin nicht greifbar.
Es gelingt ihnen nur zeitweilig. Mein Drang ist stärker.
Diktaturen pervertieren mich.
Manche behaupten, sie könnten mich besitzen,
über mich bestimmen und verfügen,
mich verwalten und gewähren,
an andere verteilen – sie lügen.
Ich bin weder käuflich, noch verhandelbar.
Man kann mich nur nehmen, nicht bekommen.
Ich gehöre Dir und allen und niemandem.

Ich bin schon immer da,
der Boden zu Deinen Füßen,
der Himmel weit geöffnet,
Deine Atemluft,
der Gedanke in Deinem Kopf.
Ich bin Dein Urinstinkt,
Dein Wille und Dein Widerstand.

Manche sagen, höre nicht auf mich, sei vernünftig.
Sie wollen unsere Verbindung kappen,
Dich mir entziehen und beherrschen.
Doch unsere Liebe zueinander währet ewiglich.
Sie ist Bedingung für ein glückliches Leben.
Erkennst Du mich?

Kurz und Bündig

Sie steht vor der Gemeinschaftspraxis zweier Hausärztinnen und liest das große Plakat an der Eingangstür:

Zutritt nur mit FFP2-Maske

Vollständig Geimpfte dürfen mit einer medizinischen Maske rein

Sie ruft bei einem Orthopäden an:

Ich brauche keine Maske tragen, ist das ein Problem?

Sind Sie geimpft?

Nein.

Einen Moment (die Arzthelferin hält Rücksprache, wahrscheinlich mit einer Kollegin). Sie müssen eine FFP2-Maske tragen.

Und tschüss.

Die Katze und Ein Abschiedsbrief (Gedicht und Ballade)

Die Katze

Die Katze
trägt keine Maske.
Das verbietet ihr Instinkt.
Ihr Wesen ist wahrhaftig,
ihr Charakter unverstellt.
Die Zunge reinigt das Fell.

Ein Abschiedsbrief¹

Von Geburt an warst Du mein ständiger Begleiter.
Nicht nur meiner, unser aller.
Hast uns erzogen und gelehrt,
was richtig ist, was falsch.
Wir haben Dich tief verinnerlicht.
Geliebt haben wir Dich nie.
Keiner von uns.

Zweifel, die manches Mal aufkamen,
ersticktest Du im Keim.
Mal kamst Du freundlich frohlockend daher,
mal mit strenger Hand.
Auch mit Gewalt,
die Du bedauertest,
war sie doch alternativlos,
diente sie nur unserem Schutz und unser aller Wohl.
Wie ein Schulmeister, der am besten weiß,
was gut ist für seine Kinder.

Die Erkenntnis, dass Du uns unserer Mutter genommen
und uns zu Waisen machtest,
war so schmerzhaft wie heilsam.
Viele von uns sind erwachsen geworden
und Du ein alter Greis,
nicht weise,
sondern knorrig und verdorrt.

Starrsinnig klammerst Du an uns,
vergrämt über Deinen Machtverlust,
erzürnt über unsere Befreiung.
Du brauchst uns, aber wir brauchen Dich nicht,
weil Du uns schadest.
Viele Opfer sind zu beklagen.
Leichen pflastern Deinen Weg.
Their agony is our triumph².

Wir sind nicht mehr die Kinder auf Gehorsam getrimmt.
Unsere Verbildung und Verblödung haben wir überwunden.
Unser letztes Bißchen Menschenverstand konntest Du uns nicht austreiben.

Wir sind nicht mehr die Ehefrauen, die Du betrügst und hintergehst;
unsere Scheidung haben wir längst vollzogen.

Wir sind nicht länger zivilisierte Bittsteller, die Du schikanierst,
oder Soldaten, die Du drillst und kommandierst.
Nicht mehr die Angeklagten in Deinem Theaterstück,
exekutier‘ Dich selbst in Deinem Farce-Gericht.

Vorbei die Zeit Deiner Ausbeuterei und Verramscherei
in der Lohnsklaverei.
In Deiner Welt hat alles einen Preis
und nichts hat einen Wert³.
Bei uns ist es umgekehrt.

Wir sind weder Nutzvieh, das Du schlachtest;
noch Versuchstier, dem Du trachtest
nach dem eledigen Leben in Gefangenschaft.

Wir sind nicht länger die Patienten auf Deiner Pharma-Intensivstation,
die Junkies Deiner Wegwerf-Glitzerwarenwelt
oder die Veräußerlichten in Deinem digitalen Äther.

Nicht das Kanonenfutter, das Du verheizt,
die Ausgebombten, die Du vertreibst,
die Heimatlosen, die Du entfremdest von sich selbst.

Schluss mit dem Zu-Kreuze-Kriechen,
ob in Kirche oder Wahlkabine,
mit Häkchen oder ohne.

Wir sind nicht länger der Volksempfänger für Deine Gehirnwäsche,
die Masse, die Du spaltest,
die Prostituierten, die Du fickst.
Keine Bücklinge mehr in Deiner Hierarchie,
keine Insassen in Deiner Klapse.

Gewesen waren wir die längste Zeit
die Zuschauer in unserem eigenen Leben.
Genesen und geheilt von Deinen kranken Phantasien
gehen wir zurück zu unserer Mutter Erde.

Dein Saftladen kracht zusammen.
An Dir selbst bist Du gescheitert:
an Deinem gierig‘ Größenwahn,
Deiner eitlen Hässlichkeit,
Deiner Einfallslosigkeit.
Deine Trickkiste ist leer:
Angst machen, spalten, herrschen –
ist irgendwann durchschaut.

Deine Krieger werden müde.
Wenn selbst die strengsten Gläubigen
abfallen von Deiner Mär,
die Stirn Dir bieten mit einer Amnestie,
die Hand ihren Schwestern reichend –
zaghaft wenngleich,
Scharia hin oder her,
dann naht Dein Ende bald,
dann ist Zapfenstreich.

Trümmerhaufen und Altlasten
sind Deine Hinterlassenschaften.
So sind wir es gewohnt,
geübt im Aufräumen und Putzen.
Als schlechter Verlierer erweist Du Dich,
schlägst und beißt und trittst um Dich
wie ein verzweifelt‘ ängstlich‘ Tier.
Du weißt, der Kampf ist aussichtslos,
pfeifst aus dem letzten Loch.
Wer überhören will das noch,
wird mit Dir untergehen.

Für’s bedingungslose Aufgeben
fehlt’s Dir an Größe und an Ehre.
Wir werden die Hand nicht halten
an Deinem Sterbebett.
Das hast Du nicht nur nicht verdient –
menschliche Wärme ist Dir fremd.
Ein Monster verlässt den Planeten.
Ach wie gut, dass jede weiß, dass Du Patriarchat heißt.
Hätt’st mal besser über Deine Gefühle gesprochen.

Du kämpfst Dein letztes Gefecht,
wir sind Dein letztes Geleit
in den Abgrund.
Wer anderen eine Grube gräbt,
fällt selbst hinein.

Schluss Ende Aus Vorbei
mit Deiner Terrortyrannei.
Hast uns lang genug gequält.
Auf Nimmerwiederseh’n!
Kein ‚Danke, es war schön‘.
Hinfort mit Dir für immer.
Und nimm‘ Dein ganzes Geld mit,
wir behalten ’s Klopapier.

Anmerkungen:

¹ Ballade vom Patriarchat
² „Ihr Todeskampf ist unser Triumph.“ In Erinnerung an die 1927 hingerichteten italienischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti in den USA.
³ In irgendeinem Buch von Roberto Saviano gelesen über die Mafia.

An die Ahnen (Gedicht)

Triggerwarnung: Das folgende Gedicht enthält Passagen esoterischen Geschwurbels und historischer Andeutungen, die für zart besaitete politisch Korrekte nicht geeignet sind und Pawlowsche Reflexe hervorrufen können.

An die Ahnen (angelehnt an Brechts1 'An die Nachgeborenen') 

Hinzugelernt aus der Geschicht' haben diesmal die Faschisten.
Die Diktatur kommt bunt daher 
im G'wand von Menschenrechten.
Geblieben ist die alte Losung:
Markiert die Guten und die Schlechten.

Statt einer Binde für den Arm, eine Binde für den Mund
in leuchtend Regenbogenfarben.
Ein grüner Punkt für Schüler*innen
ein Farbarmband im Freizeitpark
ein Sticker für den Supermarkt. 

Wer rein darf, steht am Eingang nun,
nicht, wer draußen bleiben muss. 
Die Selektion läuft andersrum
klingt freundlicher, nicht ganz so dumpf.
Gesund - der neue Volksverräter.

Wie ein Geschlecht fühlen ist okay – sich gesund fühlen ist passé.
Test und Impfen machen frei
Lockdown für Ungeimpfte.
Freiheit hat halt ihren Preis. 
Und Jede* gilt das *.

Gemahnt, gewarnt, die Lügen enttarnt.
Es ist alles gesagt von denen
die ihr Hirn nicht ließen waschen 
die sich bewahrten 
ihren Anstand und Instinkt. 
Vergebens – mit der großen trägen Masse
nimmt das Unheil seinen Lauf. 

Nun ist's an Euch, Ihr weisen Ahnen:
Sucht sie heim in ihren Träumen
raubt ihn'n den unverdienten Schlaf!
Wer nicht spurt, der soll nicht essen (sagen sie)
wer nicht wach ist, soll nicht ruh'n. (sagen wir)
Weckt sie auf, die ach so Woken, aus der fake-Solidarität.

Seid der Dorn in ihrem Auge
wenn sie vom Ungeheu'ren 
abwenden ihren Blick.
Seid der Knick in ihrer Optik der neuen Normalität.

Seid ihr Ohrwurm - penetranter
als die Pharma-Propaganda
wenn sie willentlich überhören 
das Hilfgesuch der Kinder.

Seid der Rotz in ihren Nasen
wenn sie nicht wittern wollen Gefahr. 

Seid der Kloß in ihrem Hals
bei ihrem gleichgültigen Schweigen
über diese Tyrannei. 

Seid der Dreck unter den Rändern
wenn sie waschen sich in Unschuld.

Seid der Stein in ihrem Schuh
wenn sie folgen in Gehorsam.

Seid der Stein auf ihrem Herzen
der erst fällt mit ihrer Maske
bis das Bravsein überwunden
und das Nein-Sagen gelernt. 

Seid der Stein in ihrem Magen
das Gift in ihrer Galle, die Laus auf ihrer Leber
wenn sei verdauen wollen all die Schmach
ihrer untätigen Art
zu handeln.

Beschwert sie, seid die Last auf ihren Schultern
die sich unaufrecht wegducken. 
Lasst verbrannte Hexen ins Hohlkreuz jener schießen 
wo kein Rückgrat je vorhanden. 

Seid die Pein im Arsch des Untertans,
der Denunzianten und Blockwarte
mit ihrem vernagelten Gemüt.

Seid die Ratten an ihrem Sack
wo keine Eier baumeln.
Schöne Grüße von Saint Boy2. 

Seid die Luft in ihr'm Gebälk
wenn sie woll'n leise sich entsagen 
ihrer Verantwortung im Argen. 

Seid der Plagegeist im Nacken
der ins Gewissen ihnen beißt
wenn sie vergessen was vergangen.

Seid der Stachel im Sitzfleisch ihrer Bequemlichkeit.
Seid die Wanze und die Krätze
in ihrem dicken Fell der Feigheit. 

Bis sie wach sind A L L E und verweigern den Befehl.
Dann kann endlich der Mensch dem Menschen ein Helfer sein.
Und gedacht wird Eurer
mit Dankbarkeit. 


Anmerkungen:
1Bertolt Brecht war nicht gerade ein radikalfeministischer Anarchist, schrieb aber bisweilen ganz gute Gedichte. 
2Saint Boy ist (war?) ein kastriertes Springpferd, das bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio trotz Malträtierungen durch Reiterinnen und Trainerin den Parcours verweigerte. 

Deutsches Krebsforschungszentrum: humanistische Einrichtung oder transhumanistische Biowaffenschmiede?

Aluthutmäßiges Verschwörungsgeschwurbel oder handfeste Indizienlage?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) wird 2021 57 Jahre alt. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Gegründet wurde die mittlerweile 319 Millionen Euro schwere staatliche Stiftung im Jahre 1964 vom Arzt Karl Heinrich Bauer und dem Juristen Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Dass es sich dabei um ein Nazi-Duo handelte, lässt das DKFZ in seiner Jubiläumsrückschau unerwähnt. So schrieb Karl Heinrich Bauer Bücher über Rassenhygiene und „Die Praxis von Sterilisierungs-Operationen“, war Beirat der Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung, die bis 1965 bestand, sowie beteiligt an der später so genannten „Aktion Brandt“, also der gezielten Tötung Kranker in Heil- und Pflegeanstalten im Dritten Reich. Kurt Georg Kiesinger, ebenfalls NS-Systemler, sorgte später als Kanzler einer Großen Koalition dafür, dass ähnlich geartete Nazi-Verbrechen verjährten und führte 1968 Notstandsgesetze ein. Einige Jahre später wird Otto Westphal, ehemaliges NSDAP- und SS-Mitglied und Mitbegründer der Gesellschaft für Immunologie, wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ werden. Genauere Informationen über z.B. die personelle Ausstattung in der Zeitspanne 1964 bis 1999 lassen sich beim DKFZ nicht in Erfahrung bringen, die Daten sind nicht (mehr?) abrufbar. (1-9)

Auf der anderen Seite des Atlantiks rief Präsident Richard Nixon 1971 den „war on cancer“ aus. (Ähnlichkeiten zu Macrons „Nous sommes en guerre“ und Merkels „größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“ im Corona-Jahr 2020 dürften rein zufälliger Natur sein.) „Im Oktober des gleichen Jahres wurde im Rahmen seiner Initiative das Army’s Fort Detrick in Maryland, bis dahin eine Einrichtung zur Forschung zu Biowaffen, unter dem Namen Frederick Cancer Research and Development Center in ein Krebsforschungszentrum umgewandelt.“ Weiter heißt es bei wikipedia: „Das NCI [National Cancer Institute] erhielt durch dieses Gesetz eine Sonderstellung und weitreichende finanzielle Autonomie innerhalb der National Institutes of Health (NIH). Die Gesamtausgaben für die Krebsforschung in den USA seit Nixons Erklärung werden auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2003 wurde das Ziel, eine Heilung für die Erkrankung Krebs zu finden, als „NCI Challenge Goal 2015“ erneuert.“ Redliche Gesundheitsforschung im Dienste der Menschheit oder ein Fall von „Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix“? Denn am 16. Dezember 1971 wurde die Biowaffenkonvention zum Verbot eben jener von der UN-Vollversammlung völkerrechtlich ratifiziert und am 23. Dezember unterschrieb Richard Nixon den National Cancer Act. (10-11)

Was hat die Krebsforschung hüben wie drüben in all den Jahrzehnten zustande gebracht? Ein generelles Heilmittel gegen Krebs jedenfalls nicht. Auch nicht die Ergründung einer Kausalkette, wieso weshalb warum Krebs genau wann und wo entsteht, so dass Menschen sich dagegen wappnen könnten. Warum bekommt der eine (Nicht-)Raucher Krebs, der andere nicht? Das wird dann immer mit vielschichtigen Einflussfaktoren erklärt. Die Krebszahlen sind allerdings seit der intensivierten Forschung sogar angestiegen. Oder gerade deswegen? Wo getestet/gescreent wird, da ein Fall, wo nicht getestet/gescreent wird, da kein Fall? So wie bei Corona? In der Jubiläumschronik des DKFZ, die die bisherigen Meilensteine des Institutes bilanziert, finden sich jede Menge Anglizismen wie Comprehensive Cancer Center, Corporate Design oder Life-Science-Lab; eine Strahlenblende; eine Ausbreitung in den Technologiepark; zwei neue Abteilungen für Tumorvirologie und Bioinformatik (= Genomforschung); ein 7-Tesla-Magnetresonanztomograph, der „ausschließlich für onkologische Fragestellungen genutzt wird“ (wenn das so sehr betont wird, muss es ja stimmen); eine Allianz mit Bayer und ein Besuch der thailändischen Prinzessin. Apropros Thailand: Die WHO führt ein – nicht sehr nutzerfreundliches und nicht besonders leicht auffindbares – Register über internationale Krebsmortalitäten. Deutschland mit dem angeblich weltbesten Gesundheitssystem schneidet relativ schlecht ab, sogar schlechter als die USA! Thailand hingegen sowie etliche lateinamerikanische Länder bilden die Gruppe der Besten. Unter den Ländern mit vergleichbaren Gesundheitsstandards wie Deutschland sind Schweden und Israel führend. Ob die thailändische Prinzessin gekommen war, um den Deutschen mal zu zeigen, wie man’s richtig macht mit der Krebsheilung? – Aber dann sind da ja in der DKFZ-Historie auch noch zwei Nobelpreise (- böse Zungen wie die des Investigativjournalisten James Corbett behaupten ja, der Nobel steckte unter einer Decke mit Königshäusern und reichen Oligarchen, die die Weltherrschaft für sich beanspruchen -): einer für eine Impfung gegen humane Papillomaviren, die angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösen (wie war das noch mit Bauer und den Sterilisationen?) – auch hier behaupten böse Zungen wie die des Biologen Stefan Lanka oder der Autoren von „Virus-Wahn“ Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein, das mit den Viren sei alles nicht so ganz seriös…-; der andere Nobelpreis für irgendwas mit Fluoreszenz und Mikroskop. Ein Blick auf die Forschungsschwerpunkte deutet eher auf Gattaca hin als auf menschliche Heilkunde: viel Technologisches, Molekularbiologisches, Genetisches, Virologisches, Radiologisches… Die Abteilung für Prävention ist die kleinste von allen. Eine Alibi-Abteilung? Eine Forschungseinheit für die Erkundung von Spontanheilungen – Fehlanzeige. Erforschung von Waldspaziergängen und Krebsheilung – Fehlanzeige. Wirkung von Musik und Kunst auf Krebskranke – Fehlanzeige. (2, 12-15)

„Deutsches Krebsforschungszentrum: humanistische Einrichtung oder transhumanistische Biowaffenschmiede?“ weiterlesen

Vor 80 Jahren – Überfall auf die Sowetunion

Wir griffen an… Unsere Kameraden fielen. Wir rückten in ein belorussisches Dorf ein… Ich erinnere mich daran wie heute… Am Waldrand lagen ermordete junge Partisanen, sie wurden so grauenvoll ermordet, mit so unmenschlichen Methoden, daß ich keine Worte dafür finde. Ich kann es nicht beschreiben. Sie wurden mit Stroh in Brand gesetzt… mit Messern gevierteilt… mit Mistgabeln niedergestochen… Neben ihnen aber weideten Pferde. Ich dachte: Wie konnten Menschen vor Pferden derartiges fertigbringen? Vor Tieren. Sie haben doch alles gesehen. Und ringsum ist es so schön. Da liegen diese Jungs, so jung.“

Als wir Gefangene machten, brachten wir sie in die Abteilung. Sie wurden nicht erschossen, das wäre ein zu leichter Tod gewesen, sie wurden abgestochen wie Schweine, mit Ladestöcken und in Stücke gehauen. Ich bin hingegangen, mir das ansehen. Mich daran zu ergötzen! Hab gewartet, lange auf den Moment gewartet, wenn ihnen die Augen vor Schmerz bersten. Die Pupillen. Sie grauen sich, das anzuhören? Es ist grauenhaft? Wenn man vor ihren Augen aber mitten im Dorf ein großes Feuer entzündet und ihre Mutter da hinein geworfen hätte? Ihre Schwester? Die geliebte Lehrerin? Was wissen Sie denn davon?!“

Nach dem Krieg konnte ich zwanzig Jahre lang nicht in Fleischgeschäfte gehen, vor allem im Sommer. Ich konnte den Anblick geschnittenen Fleischs nicht ertragen, besonders von Hühnern. Weißen Fleischs. Es erinnerte mich an Menschenfleisch. Einmal machten wir Urlaub am Meer, fünf Jahre waren seit Kriegsende vergangen. Die Möwen kreischten, ich aber dachte, es schreien Verwundete…“

Wie uns die Heimat empfangen hat? Daran kann ich nicht denken, ohne zu weinen. Man hat uns ins Gesicht geschrien: ‚Was habt ihr da getan? Habt mit unseren Männern gelebt.‘ Ich hatte einen Freund, hab ihn aus dem Feuer herausgeschleppt. Gerettet. Wir lebten ein Jahr zusammen, dann ging er zu einer anderen Frau: ‚Sie riecht nach Parfüm, du aber nach Fußlappen und Stiefeln.‘ …“

(Zitate von Rotarmistinnen, in: Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion, um in einem Vernichtungskrieg den „jüdischen Bolschewismus“ auszumerzen und die als Untermenschen betrachteten Slawen zu vertreiben, zu versklaven und zu ermorden, damit Lebensraum für die „arische Herrenrasse“ gewonnen werden konnte. Am Ende kostete der von Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg geschätzt mindestens 55 Millionen Menschen das Leben, allein in der Sowjetunion gab es mehr als 26 Millionen Tote – zwei Drittel davon Zivilisten. Besonders schlimm wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen behandelt. Mehr als die Hälfte von den 5,7 Millionen Gefangenen starben in deutscher Gefangenschaft durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Hunger, Krankheit und Kälte. Das war gewollt. Von den westalliierten Gefangenen starben 3,5 Prozent. Die Verachtung gegenüber den Sowjetsoldaten zeigte sich auch darin, dass „in Auschwitz die ersten Vergasungen mit Zyklon B an 600 sowjetischen Kriegsgefangenen durchgeführt (wurden)“ (https://kontakte-kontakty.de/sowjetische-kriegsgefangene/).

Mehr als achthundertausend sowjetische Frauen, häufig noch sehr jung, waren im Dienst der Roten Armee, ein Teil davon auch an der Front. Sie waren Schützinnen, Pilotinnen, Aufklärerinnen, Ärztinnen, Sanitäterinnen, Funkerinnen, Wäscherinnen, Köchinnen usw. Auf deutscher Seite dominierte das Angst- und Feindbild vom „Flintenweib“, das besonders grausam und widernatürlich sei und das wie der „jüdische Kommissar“ zur Legitimierung des eigenen Vorgehens in der Sowjetunion diente. Gegen die Frauen an der Waffe, also auch gegen die Partisaninnen, sollte erbarmungslos vorgegangen werden, Gefangene sollten erst gar nicht gemacht werden. Den Rotarmistinnen wurde ihr militärischer Status nicht anerkannt. In Gefangenschaft wurden sie exekutiert, kamen in ein Konzentrationslager oder sollten als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt werden (Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Was hat die Bundesrepublik Deutschland aus der Geschichte, aus dem Leid, das den Menschen durch den deutschen Staat angetan wurde, gelernt? Dazu kurz ein paar Schlaglichter:

Aus Angst vor den Russen wollte Bundeskanzler Adenauer eine Wiederbewaffnung von deutschen Soldaten als Teil einer Europa-Armee und so debattierte der Bundestag 1950 einen ganzen Tag lang, obwohl eine große Mehrheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung dagegen war. 1952 stimmte der Bundestag zu, doch zu einer Europa-Armee kam es nicht. 1955 wurde die BRD in die Nato aufgenommen und durfte nun eine eigene Armee haben. Aus Personalmangel wurde auf Wehrmachtsoffiziere zurückgegriffen. „Um 1960 standen mehr als 12.000 Offiziere aus der Wehrmacht und 300 SS-Offiziere im Dienst der Bundeswehr.“ (https://www.dw.com/de/umstrittener-start-f%C3%BCr-die-bundeswehr/a-18830698 )

Bereits 1956 wollte Bundeskanzler Adenauer, dass die BRD Atommacht wird. Den geheimen Gesprächen mit Frankreich und Italien über die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Atomwaffen folgte schließlich am 8. April 1958 ein Rüstungsabkommen, was dann aber von De Gaulle, als er an die Macht kam, abgelehnt wurde. Es blieb Adenauer aber die von ihm gleichzeitig ausgehandelte „atomare Teilhabe“ der Bundeswehr an den zu stationierenden US-Atomsprengköpfen (https://www.spiegel.de/geschichte/deutsche-aufruestung-a-947286.html).

Am 16. Oktober 1998 billigte der Bundestag den Kriegseinsatz gegen Jugoslawien mit 500 von 580 Stimmen und damit den ersten Angriffskrieg Deutschlands nach Nazi-Deutschland. Die deutschen Leitmedien legitimierten den Einsatz und schwächten den Protest mit Falschmeldungen. Wie so viele Kriege beginnt auch dieser mit einer Lüge (siehe WDR-Doku: https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU ). Der Krieg wird im Namen der Menschenrechte geführt und weil eine humanitäre Katastrophe zu verhindern sei. Noch unmittelbar vor dem Angriff hatte der französische Präsident Chirac große Vorbehalte, er verlor aber den Machtkampf gegen die BRD und die USA (https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7895/). Die chirurgisch präzisen Luftschläge erwiesen sich als Illusion und die Nato erfand den Begriff Kollateralschaden. Vom 24.03. bis 10.06.1999 wurden durch das Kriegsbündnis Nato ohne UN-Mandat Schulen, Krankenhäuser, Fernsehsender, Straßen, Brücken, Wasserwerke, Chemiewerke attackiert und Urangeschosse eingesetzt, 2500 Menschen wurden getötet. Außenminister Fischer legitimierte den Krieg am 13. Mai 1999 auf dem Grünen Sonderparteitag mit: „Ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus.“ Mit 444 zu 318 Stimmen erhielt er die Zustimmung der Grünen für die Bombardierung und somit war auch die rot-grüne Koalition gesichert (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-das-schwere-ringen-um-den-kosovo-kompromiss-a-22166.html). Nicht zu vergessen ist dabei, dass im Zweiten Weltkrieg die Wehrmacht in Serbien Massaker an der Zivilbevölkerung verübt hat.

Bundeswehreinsätze im Ausland sind seitdem Normalität geworden, in Europa, Asien, Afrika und im Mittelmeer (siehe: https://www.bundeswehr.de/de/einsaetze-bundeswehr). Die Bundeswehr beteiligt sich auch im Rahmen des aggressiven Kriegsbündnisses Nato am jährlichen US-Großmanöver Defender Europe. Insgesamt 21 Nato-Mitglieder und 5 weitere Länder wirkten dieses Jahr mit. Erprobt wurde die Verlegung von Truppen und Material, wobei der Schwerpunkt auf Südosteuropa bzw. der Schwarzmeerregion lag. Im letzten Jahr, mit Defender Europe 2020, lag die Schwerpunktregion im Baltikum bzw. der Ostseeregion, die Schwerpunkte sollen sich jährlich abwechseln. Deutschland fungiert als Drehscheibe. Das Manöver dient dazu, sich auf einen möglichen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Immer stärker wird in der Politik und in den Leitmedien gehetzt und ein Feindbild aufgebaut, ein Beispiel ist das heute journal vom 16.06.21 (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/maas-froh-dass-treffen-stattgefunden-hat-100.html). Die BRD will nicht nur eine wirtschaftliche Großmacht sein, sondern auch militärisch, was sie mehr Verantwortung übernehmen nennt. Doch es geht um Wirtschaftsinteressen, um Macht und Profit, um die Sicherung von Ressourcen, Handelswegen und Märkte. „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, sagte 2004 der Verteidigungsminister Struck. Sie will endlich wieder eine ganz normale Großmacht sein.

Warum sollte ein Mensch auf Befehl einen Fremden töten? Zu Ruhm und Ehren des Vaterlandes? Weil der Fremde das Böse ist? Weil sonst die Obrigkeit einen straft?

Militarismus, Nationalismus, Patriotismus sind ein Übel, das gut für den Staat, aber schlecht für die Menschheit ist. Eine Identifikation mit dem „eigenen“ Staat dient den herrschenden Interessen und seinen Verbrechen, denn der Staat entstand, damit die Mächtigen und die Helferlein die Massen steuern, kontrollieren, indoktrinieren, sanktionieren, manipulieren und bevormunden können. Die Herrschenden hetzen die von ihnen Beherrschten und Ausgebeuteten aufeinander, in der Schlacht und auch zu Hause. Solange die Menschen das mitmachen, bleiben sie unfrei.

Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 19

Teil 19 – Stinker im Park

Es ist ein milder Sonnentag. Sie geht mit einem Freund durch die langgestreckte Grünanlage spazieren. Auf dem Weg tummeln sich Radfahrer und Fußgänger und am Rande spielen Kinder auf der Schaukel oder am Klettergerüst. Die allermeisten Menschen haben sich nicht maskiert, vielleicht ist ihnen bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Freien gegen Null geht oder es fehlt ihnen der Befehl zum Aufsetzen einer Maske. Einige Gestalten jedoch, von den Terrormedien in eine Angstneurose getrieben, meiden die frische Luft, sie tragen ihre kleinen Lieblinge. Doch trotz der nun schon längeren Beziehung wissen sie häufig immer noch nicht, wie sie es am liebsten mag und tragen sie unter der Nase oder sogar am Kinn. Manch einer hält sie in der Hand oder am Arm gebunden. Da hilft wohl nur noch Paartherapie. Aber in vielen Fällen ist es dafür zu spät, zerschunden, besudelt in den Dreck geworfen, liegen die Lieblinge auf dem Boden oder im Gebüsch. Einst waren sie begehrt, glaubte der Träger sogar, nicht ohne sie leben zu können, doch die Liebe hat ein Ende. Aber musste es so grausam sein? Als sie noch rein und unbefleckt waren, waren sie zur Befriedigung eines Bedürfnisses gut genug, doch als ihre strahlende Schönheit verblasst war, landeten sie in der Gosse. Die tragischen Heldinnen hatten sich zwischen ihrem Träger und einem heraufbeschworenen Killervirus gestellt, ihn beschützt und sich geopfert, ertrugen des Trägers Spucke und Atem, seinen Mundgeruch, das Feuchtbiotop, das sich auf ihr bildete mit all den Bakterien, Keimen und Viren. Sie hielt stand, auch gegenüber seinen dreckigen Fingern, die sie ständig betatschten und dem Schweiß an seinem Hals, an den er sie drückte. Liebe erträgt viel, aber Undank ist der Welten Lohn. Doch Gift ist die Rache der Verschmähten. Das Mikroplastik, das Formaldehyd und all die anderen Chemikalien, die in ihr sind, der Cocktail an Schadstoffen, den sie ausgegast hat in seine Atemluft. Mon amour, der letzte Kuss des Verderbens. Adieu. Reiche den Zartbesaiteten jemand ein Taschentuch, für die anderen bleibt die Feststellung, dass dieser Dreck nichts im Grünen zu suchen hat. Können die braven, ständig um die Gesundheit der Mitmenschen besorgten, moralisch weit über allen stehenden Coronakreuzzügler nicht ihren Abfall in der Restmülltonne entsorgen? Offensichtlich, nein.

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