Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 19

Teil 19 – Stinker im Park

Es ist ein milder Sonnentag. Sie geht mit einem Freund durch die langgestreckte Grünanlage spazieren. Auf dem Weg tummeln sich Radfahrer und Fußgänger und am Rande spielen Kinder auf der Schaukel oder am Klettergerüst. Die allermeisten Menschen haben sich nicht maskiert, vielleicht ist ihnen bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Freien gegen Null geht oder es fehlt ihnen der Befehl zum Aufsetzen einer Maske. Einige Gestalten jedoch, von den Terrormedien in eine Angstneurose getrieben, meiden die frische Luft, sie tragen ihre kleinen Lieblinge. Doch trotz der nun schon längeren Beziehung wissen sie häufig immer noch nicht, wie sie es am liebsten mag und tragen sie unter der Nase oder sogar am Kinn. Manch einer hält sie in der Hand oder am Arm gebunden. Da hilft wohl nur noch Paartherapie. Aber in vielen Fällen ist es dafür zu spät, zerschunden, besudelt in den Dreck geworfen, liegen die Lieblinge auf dem Boden oder im Gebüsch. Einst waren sie begehrt, glaubte der Träger sogar, nicht ohne sie leben zu können, doch die Liebe hat ein Ende. Aber musste es so grausam sein? Als sie noch rein und unbefleckt waren, waren sie zur Befriedigung eines Bedürfnisses gut genug, doch als ihre strahlende Schönheit verblasst war, landeten sie in der Gosse. Die tragischen Heldinnen hatten sich zwischen ihrem Träger und einem heraufbeschworenen Killervirus gestellt, ihn beschützt und sich geopfert, ertrugen des Trägers Spucke und Atem, seinen Mundgeruch, das Feuchtbiotop, das sich auf ihr bildete mit all den Bakterien, Keimen und Viren. Sie hielt stand, auch gegenüber seinen dreckigen Fingern, die sie ständig betatschten und dem Schweiß an seinem Hals, an den er sie drückte. Liebe erträgt viel, aber Undank ist der Welten Lohn. Doch Gift ist die Rache der Verschmähten. Das Mikroplastik, das Formaldehyd und all die anderen Chemikalien, die in ihr sind, der Cocktail an Schadstoffen, den sie ausgegast hat in seine Atemluft. Mon amour, der letzte Kuss des Verderbens. Adieu. Reiche den Zartbesaiteten jemand ein Taschentuch, für die anderen bleibt die Feststellung, dass dieser Dreck nichts im Grünen zu suchen hat. Können die braven, ständig um die Gesundheit der Mitmenschen besorgten, moralisch weit über allen stehenden Coronakreuzzügler nicht ihren Abfall in der Restmülltonne entsorgen? Offensichtlich, nein.

Dann fährt noch zu allem Überdruss ein Auto auf den Weg, das wie ein Polizeiauto aussieht, doch den Namenszug des Ordnungsamtes trägt. Die kleinen Hilfssheriffs kommen sich sehr wichtig vor und passieren die beiden Freunde. Er klopft auf die Fensterscheibe und das Auto stoppt. Er fragt den jungen Mann am Steuer, warum er hier mit dem Auto fahre. Er dürfe das, er habe eine Sondergenehmigung und außerdem solle der Klopfer nicht auf das Auto schlagen. Das hatte er gar nicht gemacht. Die eifrige Kollegin öffnet bereits die Seitentür, schließt sie aber wieder, da der Kollege keine Absicht hegt auszusteigen. Also folgt keine der üblichen Schikanen. Wahrscheinlich ist sein Sitzfleisch zu träge und der Gegner ihm auch zu schwer einzuschätzen. Dann fahren sie weiter. Leute mit Minderwertigkeitskomplexen müssen sich in diesen Zeiten richtig gut fühlen. Das reicht nun an Idioten und sie geht mit dem Freund über die Straße in den kleinen Park.

Kaum sind sie dort, fährt auf einmal ein silbergrauer Transporter mit verdunkelten Hinterscheiben in den Park. Vermutlich die Polizei. Zwei Männer sitzen am Steuer und umrunden den See, dann halten sie kurz vor dem Ausgang und reden mit einer alten Frau, die ihren Hund an der Leine führt. Es scheint ein nettes Pläuschchen zu sein. Gerade als die beiden Freunde den Transporter erreicht haben, fährt er wieder los. Sie fragt die Frau, was das für Typen seien. Die seien von der Polizei. Die Polizei ist kein Freund und Helfer, sie ist der Knüppel der Herrschenden und damit keine Lösung, sondern Teil des Problems. Sie ist angewidert von diesen Schnüfflern. Die sollen nicht durch den Park fahren und die Luft verpesten, meint sie, um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Die Polizei dürfe alles, erwidert die Frau. Es ist offensichtlich wie diese Frau tickt, diese Sorte Mensch liebt die Autorität. Diese Typen könnten wenigstens mit dem Rad fahren, sagt sie, um die Frau nicht zu überfordern. Das sei im Park verboten, sagt die Frau besserwisserisch. So viel Logik ist nichts entgegenzusezten. Diese Arschlöcher sollen nicht im Park die Luft verpesten, wiederholt sie genervt. Die Frau antwortet, sie solle das nicht allzu laut sagen, wenn die Polizei sie mitnehmen würde, sei sie nicht mehr so und sie sei doch sicherlich eine Grüne. Also das ist nun eine Beleidigung. Sie wurde auf der Straße schon als blödes Weib, Hure, Schlampe bezeichnet, aber das geht nun wirklich zu weit. Die widerlichen Grünen, diese Kriegspartei, diese grüngestrichenen Kapitalismusvertreter. Sie wählen sicherlich die NPD, wirft er dann kopfschüttelnd ein, nein, meint die Frau, AfD. Alles klar, auch solche Leute leben gerade in der für sie glücklichen Zeit, dass alle gehorchen sollen, sonst gibt’s Haue und die Polizei alles darf und man das Maul zu halten hat. Bloß keine Kritik. Da sind solche Leute dann im Gleichklang mit der Mehrheit der Linken in diesem Land, staatshörig bis zur Verdummung. Das große Suhlen im Dreiklang von Maskiererei, Testerei und Impferei. Ei Ei Ei. Auweia, Auweia.

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