Ein Rätsel (Gedicht)

Ein Rätsel

Wer bin ich?
Ich bin allgegenwärtig.
Ich habe viele Gesichter und bin doch unsichtbar.
Du kannst mich nicht hören oder schmecken.
Du kannst mich fühlen, aber nicht tasten.
Manche meinen, sie könnten mich riechen.

Die Werbung benutzt und missbraucht mich, weil ich so beliebt bin.
Manche wollen mich einschränken, verbieten oder wegsperren.
Sie halten mich für gefährlich. Aber ich bin nicht greifbar.
Es gelingt ihnen nur zeitweilig. Mein Drang ist stärker.
Diktaturen pervertieren mich.
Manche behaupten, sie könnten mich besitzen,
über mich bestimmen und verfügen,
mich verwalten und gewähren,
an andere verteilen – sie lügen.
Ich bin weder käuflich, noch verhandelbar.
Man kann mich nur nehmen, nicht bekommen.
Ich gehöre Dir und allen und niemandem.

Ich bin schon immer da,
der Boden zu Deinen Füßen,
der Himmel weit geöffnet,
Deine Atemluft,
der Gedanke in Deinem Kopf.
Ich bin Dein Urinstinkt,
Dein Wille und Dein Widerstand.

Manche sagen, höre nicht auf mich, sei vernünftig.
Sie wollen unsere Verbindung kappen,
Dich mir entziehen und beherrschen.
Doch unsere Liebe zueinander währet ewiglich.
Sie ist Bedingung für ein glückliches Leben.
Erkennst Du mich?

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