Ein Schutzgeld namens Lohnsteuer?

Dass Arbeit – nicht zu verwechseln mit sinnvollen, lebensdienlichen, herrschaftsfreien Tätigkeiten – ein patriarchal-ökonomisches Zwangsverhältnis darstellt, dessen sind wir uns schon lange bewusst. Drum: Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Ein pikantes Detail gigantischen Ausmaßes war uns allerdings bislang entgangen, obwohl es doch – im wahrsten Sinne des Wortes – wie ein offenes Buch vor uns liegt. (Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht oder es fehlt einer einfach an Phantasie für derlei Dreistigkeiten.) Das Justizministerium und sein Bundesamt stellen uns, dem Bundespersonal, ja großzügigerweise sämtliche Gesetze online kostenlos zur Verfügung, wie sie auf ihrer Homepage fettgedruckt hervorheben. Dafür arbeiten die mehr als 1.200 Mitarbeiter*#&%§innen wahrscheinlich selbstlos und aufopferungsvoll rund um die Uhr… Es geht um das Einkommenssteuergesetz. Schaut man sich dieses Wunderwerk deutscher Sprache einmal genauer an, so begegnen einer die drei Begriffe: Einkommen, Einkünfte und Einnahmen. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert verschwurbelt geht, definiert sich das eine verschachtelt aus dem anderen. Ist diese Verwirrung am Ende sogar gewollt? So erfahren wir in § 2 ‚Umfang der Besteuerung und Begriffsbestimmungen‘, dass unter anderen die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, also aus Lohnsklaverei, der Einkommenssteuer unterliegen. Sodann erfahren wir im zweiten Absatz desselben Paragraphen, was wir unter Einkünften zu verstehen haben, nämlich im Falle der nichtselbständigen Arbeit den „Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten“. Aha.

Nun stellt sich uns Laien folgende Frage: Was sind Einnahmen und wer hat welche? Vielleicht liegen wir Dummerchen mit unserer naiven Annahme falsch, aber vor unserem geistigen Auge taucht beim Wort „Einnahmen“ die Kasse aus dem Kaufmannsladen auf. Bei längerem Sinnieren können auch Herrscher einnehmen, nämlich fremde Länder, Soldaten eine feindliche Stellung, ein Pharmagläubiger Tabletten. Auch eine Friseurmeisterin kann Geld einnehmen, um davon die Ladenmiete zu bezahlen. Aber nimmt eine Arbeiterin ihren Lohn ein, ein Angestellter sein Gehalt? Weiter unten im Gesetzestext, genauer gesagt in § 8 ‚Einnahmen‘, hofft die gespannte Leserin leider vergebens auf eine Klärung, verweist dieser Paragraph doch wieder auf § 2 – so schließt sich der Kreis bzw. beißt sich die Katze in den Schwanz und offen bleibt die Frage: Was sind Einnahmen? Sind Löhne und Gehälter Einnahmen? Und haben der Lehrling oder die Krankenschwester überhaupt Überschüsse?

Eine Antwort bekommt man leider weder auf der Homepage noch auf Nachfrage. Zu sehr beschäftigt sind die Staatsdiener*+-)=(innen mit wichtigeren Anliegen. Und warum wolle man das überhaupt wissen? (Wer gnädigerweise eine Auskunft möchte, muss sich erst einmal rechtfertigen.) Die unvoreingenommene online-Enzyklopädie stützt unsere Annahme der Ladenkasse und verweist aufs kaufmännische Rechnungswesen, finanzen.net wird noch etwas deutlicher und definiert Einnahmen als: „Monetäres Äquivalent der veräußerten Güter und Dienstleistungen eines Unternehmens, welches zu einer Erhöhung des Geldvermögensbestandes führt“. Das trifft dann jawohl auf Lohnsklaven nicht zu, oder? Werden wir hier etwa in dreister, um nicht zu sagen mafiöser Manier, vom eigenen Vater Staat abgezockt? Immerhin machen ja Lohn- und Einkommenssteuer mit fast 40 % den größten Anteil der staatlichen Steuereinnahmen aus, teilt uns das Warb.. äh Noch-Scholz-Ministerium mit. Womit wir bei dem nächsten Schwurbel-Begriff wären: Lohnsteuer.

In § 38 heißt es: „Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer)“. Da sind sie wieder unsere drei Probleme: Einkommen sind Einkünfte sind Einnahmen… Und wieso steht die größte staatliche Steuereinnahme, die Lohnsteuer, im Fließtext nur ausgegrenzt und eingezäunt in Klammern? Jaaa, teilt man mit: Das sei ja nur ein umgangssprachlicher Begriff. Aha, und ein Bundesministerium verwendet in seinen offiziellen Veröffentlichungen Umgangssprache? Und wenn Lohnsteuer doch ein Teil der Einkommenssteuer sein soll, warum erfindet man dann überhaupt einen neuen Begriff und bleibt nicht einfach bei Einkommenssteuer? Und wer hat diesen Begriff überhaupt erfunden? Umgangssprache entwickelt sich im Volk, aber erfindet sich ein Volk eine eigene Steuer?

Bleiben noch die Werbungskosten („…sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen, § 9): Wenn das brave, arbeitsgenötigte Bürgerlein schön seine Einkommenssteuererklärung abgibt, bekommt es als Belohnung ganz großzügig ein paar Almosen für Werbungskosten zurückerstattet. Dann freut sich das Bürgerlein über die paar Kröten und stellt keine blöden Fragen, ob das ganze überhaupt seine Richtigkeit hat, ob ein gegängelter Arbeitnehmer überhaupt Überschüsse, Einnahmen und Werbungskosten hat. Ein bißchen Sand in die Augen streuen und die Sache ist geritzt.

Geistiger Brandstifter für unsere Recherchen war der Demokratieketzer Aaron Russo. In seinem Dokumentarfilm ‚America: Freedom to Fascism‘ deckte er 2005 auf, dass die Einkommenssteuer („income tax“), die der IRS von der US-amerikanischen Arbeiterschaft eintreibt, völlig illegal ist, weil es dafür überhaupt kein Gesetz gibt (Stand 2005). Wer nicht zahlt, landet allerdings im Knast. Und auch der IRS (internal revenue service, revenue heißt Einnahmen!) ist eine sehr zwielichtige Steuer-„Behörde“ mit euphemistischem Namen. Haben wir nicht auch irgendso eine Service-“Behörde“ in Deutschland? Russo wird im Film bedroht. Er starb 2007 nach seinem letzten (?) Interview mit Alex Jones, wo er von einer Unterhaltung mit Nick Rockefeller berichtete, der ihm vom Plan, die ganze Menschheit chippen zu wollen, erzählt haben soll. Aber das ist sicherlich nur eine böse Verschwörungstheorie und sicherlich sind auch wir einfach nur zu doof, Gesetzestexte richtig zu verstehen…

R.I.P. Aaron Russo

Quellen:

Ein Rätsel (Gedicht)

Ein Rätsel

Wer bin ich?
Ich bin allgegenwärtig.
Ich habe viele Gesichter und bin doch unsichtbar.
Du kannst mich nicht hören oder schmecken.
Du kannst mich fühlen, aber nicht tasten.
Manche meinen, sie könnten mich riechen.

Die Werbung benutzt und missbraucht mich, weil ich so beliebt bin.
Manche wollen mich einschränken, verbieten oder wegsperren.
Sie halten mich für gefährlich. Aber ich bin nicht greifbar.
Es gelingt ihnen nur zeitweilig. Mein Drang ist stärker.
Diktaturen pervertieren mich.
Manche behaupten, sie könnten mich besitzen,
über mich bestimmen und verfügen,
mich verwalten und gewähren,
an andere verteilen – sie lügen.
Ich bin weder käuflich, noch verhandelbar.
Man kann mich nur nehmen, nicht bekommen.
Ich gehöre Dir und allen und niemandem.

Ich bin schon immer da,
der Boden zu Deinen Füßen,
der Himmel weit geöffnet,
Deine Atemluft,
der Gedanke in Deinem Kopf.
Ich bin Dein Urinstinkt,
Dein Wille und Dein Widerstand.

Manche sagen, höre nicht auf mich, sei vernünftig.
Sie wollen unsere Verbindung kappen,
Dich mir entziehen und beherrschen.
Doch unsere Liebe zueinander währet ewiglich.
Sie ist Bedingung für ein glückliches Leben.
Erkennst Du mich?

Kurz und Bündig

Sie steht vor der Gemeinschaftspraxis zweier Hausärztinnen und liest das große Plakat an der Eingangstür:

Zutritt nur mit FFP2-Maske

Vollständig Geimpfte dürfen mit einer medizinischen Maske rein

Sie ruft bei einem Orthopäden an:

Ich brauche keine Maske tragen, ist das ein Problem?

Sind Sie geimpft?

Nein.

Einen Moment (die Arzthelferin hält Rücksprache, wahrscheinlich mit einer Kollegin). Sie müssen eine FFP2-Maske tragen.

Und tschüss.

Deutsches Krebsforschungszentrum: humanistische Einrichtung oder transhumanistische Biowaffenschmiede?

Aluthutmäßiges Verschwörungsgeschwurbel oder handfeste Indizienlage?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) wird 2021 57 Jahre alt. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Gegründet wurde die mittlerweile 319 Millionen Euro schwere staatliche Stiftung im Jahre 1964 vom Arzt Karl Heinrich Bauer und dem Juristen Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Dass es sich dabei um ein Nazi-Duo handelte, lässt das DKFZ in seiner Jubiläumsrückschau unerwähnt. So schrieb Karl Heinrich Bauer Bücher über Rassenhygiene und „Die Praxis von Sterilisierungs-Operationen“, war Beirat der Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung, die bis 1965 bestand, sowie beteiligt an der später so genannten „Aktion Brandt“, also der gezielten Tötung Kranker in Heil- und Pflegeanstalten im Dritten Reich. Kurt Georg Kiesinger, ebenfalls NS-Systemler, sorgte später als Kanzler einer Großen Koalition dafür, dass ähnlich geartete Nazi-Verbrechen verjährten und führte 1968 Notstandsgesetze ein. Einige Jahre später wird Otto Westphal, ehemaliges NSDAP- und SS-Mitglied und Mitbegründer der Gesellschaft für Immunologie, wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ werden. Genauere Informationen über z.B. die personelle Ausstattung in der Zeitspanne 1964 bis 1999 lassen sich beim DKFZ nicht in Erfahrung bringen, die Daten sind nicht (mehr?) abrufbar. (1-9)

Auf der anderen Seite des Atlantiks rief Präsident Richard Nixon 1971 den „war on cancer“ aus. (Ähnlichkeiten zu Macrons „Nous sommes en guerre“ und Merkels „größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“ im Corona-Jahr 2020 dürften rein zufälliger Natur sein.) „Im Oktober des gleichen Jahres wurde im Rahmen seiner Initiative das Army’s Fort Detrick in Maryland, bis dahin eine Einrichtung zur Forschung zu Biowaffen, unter dem Namen Frederick Cancer Research and Development Center in ein Krebsforschungszentrum umgewandelt.“ Weiter heißt es bei wikipedia: „Das NCI [National Cancer Institute] erhielt durch dieses Gesetz eine Sonderstellung und weitreichende finanzielle Autonomie innerhalb der National Institutes of Health (NIH). Die Gesamtausgaben für die Krebsforschung in den USA seit Nixons Erklärung werden auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2003 wurde das Ziel, eine Heilung für die Erkrankung Krebs zu finden, als „NCI Challenge Goal 2015“ erneuert.“ Redliche Gesundheitsforschung im Dienste der Menschheit oder ein Fall von „Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix“? Denn am 16. Dezember 1971 wurde die Biowaffenkonvention zum Verbot eben jener von der UN-Vollversammlung völkerrechtlich ratifiziert und am 23. Dezember unterschrieb Richard Nixon den National Cancer Act. (10-11)

Was hat die Krebsforschung hüben wie drüben in all den Jahrzehnten zustande gebracht? Ein generelles Heilmittel gegen Krebs jedenfalls nicht. Auch nicht die Ergründung einer Kausalkette, wieso weshalb warum Krebs genau wann und wo entsteht, so dass Menschen sich dagegen wappnen könnten. Warum bekommt der eine (Nicht-)Raucher Krebs, der andere nicht? Das wird dann immer mit vielschichtigen Einflussfaktoren erklärt. Die Krebszahlen sind allerdings seit der intensivierten Forschung sogar angestiegen. Oder gerade deswegen? Wo getestet/gescreent wird, da ein Fall, wo nicht getestet/gescreent wird, da kein Fall? So wie bei Corona? In der Jubiläumschronik des DKFZ, die die bisherigen Meilensteine des Institutes bilanziert, finden sich jede Menge Anglizismen wie Comprehensive Cancer Center, Corporate Design oder Life-Science-Lab; eine Strahlenblende; eine Ausbreitung in den Technologiepark; zwei neue Abteilungen für Tumorvirologie und Bioinformatik (= Genomforschung); ein 7-Tesla-Magnetresonanztomograph, der „ausschließlich für onkologische Fragestellungen genutzt wird“ (wenn das so sehr betont wird, muss es ja stimmen); eine Allianz mit Bayer und ein Besuch der thailändischen Prinzessin. Apropros Thailand: Die WHO führt ein – nicht sehr nutzerfreundliches und nicht besonders leicht auffindbares – Register über internationale Krebsmortalitäten. Deutschland mit dem angeblich weltbesten Gesundheitssystem schneidet relativ schlecht ab, sogar schlechter als die USA! Thailand hingegen sowie etliche lateinamerikanische Länder bilden die Gruppe der Besten. Unter den Ländern mit vergleichbaren Gesundheitsstandards wie Deutschland sind Schweden und Israel führend. Ob die thailändische Prinzessin gekommen war, um den Deutschen mal zu zeigen, wie man’s richtig macht mit der Krebsheilung? – Aber dann sind da ja in der DKFZ-Historie auch noch zwei Nobelpreise (- böse Zungen wie die des Investigativjournalisten James Corbett behaupten ja, der Nobel steckte unter einer Decke mit Königshäusern und reichen Oligarchen, die die Weltherrschaft für sich beanspruchen -): einer für eine Impfung gegen humane Papillomaviren, die angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösen (wie war das noch mit Bauer und den Sterilisationen?) – auch hier behaupten böse Zungen wie die des Biologen Stefan Lanka oder der Autoren von „Virus-Wahn“ Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein, das mit den Viren sei alles nicht so ganz seriös…-; der andere Nobelpreis für irgendwas mit Fluoreszenz und Mikroskop. Ein Blick auf die Forschungsschwerpunkte deutet eher auf Gattaca hin als auf menschliche Heilkunde: viel Technologisches, Molekularbiologisches, Genetisches, Virologisches, Radiologisches… Die Abteilung für Prävention ist die kleinste von allen. Eine Alibi-Abteilung? Eine Forschungseinheit für die Erkundung von Spontanheilungen – Fehlanzeige. Erforschung von Waldspaziergängen und Krebsheilung – Fehlanzeige. Wirkung von Musik und Kunst auf Krebskranke – Fehlanzeige. (2, 12-15)

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Vor 80 Jahren – Überfall auf die Sowetunion

Wir griffen an… Unsere Kameraden fielen. Wir rückten in ein belorussisches Dorf ein… Ich erinnere mich daran wie heute… Am Waldrand lagen ermordete junge Partisanen, sie wurden so grauenvoll ermordet, mit so unmenschlichen Methoden, daß ich keine Worte dafür finde. Ich kann es nicht beschreiben. Sie wurden mit Stroh in Brand gesetzt… mit Messern gevierteilt… mit Mistgabeln niedergestochen… Neben ihnen aber weideten Pferde. Ich dachte: Wie konnten Menschen vor Pferden derartiges fertigbringen? Vor Tieren. Sie haben doch alles gesehen. Und ringsum ist es so schön. Da liegen diese Jungs, so jung.“

Als wir Gefangene machten, brachten wir sie in die Abteilung. Sie wurden nicht erschossen, das wäre ein zu leichter Tod gewesen, sie wurden abgestochen wie Schweine, mit Ladestöcken und in Stücke gehauen. Ich bin hingegangen, mir das ansehen. Mich daran zu ergötzen! Hab gewartet, lange auf den Moment gewartet, wenn ihnen die Augen vor Schmerz bersten. Die Pupillen. Sie grauen sich, das anzuhören? Es ist grauenhaft? Wenn man vor ihren Augen aber mitten im Dorf ein großes Feuer entzündet und ihre Mutter da hinein geworfen hätte? Ihre Schwester? Die geliebte Lehrerin? Was wissen Sie denn davon?!“

Nach dem Krieg konnte ich zwanzig Jahre lang nicht in Fleischgeschäfte gehen, vor allem im Sommer. Ich konnte den Anblick geschnittenen Fleischs nicht ertragen, besonders von Hühnern. Weißen Fleischs. Es erinnerte mich an Menschenfleisch. Einmal machten wir Urlaub am Meer, fünf Jahre waren seit Kriegsende vergangen. Die Möwen kreischten, ich aber dachte, es schreien Verwundete…“

Wie uns die Heimat empfangen hat? Daran kann ich nicht denken, ohne zu weinen. Man hat uns ins Gesicht geschrien: ‚Was habt ihr da getan? Habt mit unseren Männern gelebt.‘ Ich hatte einen Freund, hab ihn aus dem Feuer herausgeschleppt. Gerettet. Wir lebten ein Jahr zusammen, dann ging er zu einer anderen Frau: ‚Sie riecht nach Parfüm, du aber nach Fußlappen und Stiefeln.‘ …“

(Zitate von Rotarmistinnen, in: Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion, um in einem Vernichtungskrieg den „jüdischen Bolschewismus“ auszumerzen und die als Untermenschen betrachteten Slawen zu vertreiben, zu versklaven und zu ermorden, damit Lebensraum für die „arische Herrenrasse“ gewonnen werden konnte. Am Ende kostete der von Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg geschätzt mindestens 55 Millionen Menschen das Leben, allein in der Sowjetunion gab es mehr als 26 Millionen Tote – zwei Drittel davon Zivilisten. Besonders schlimm wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen behandelt. Mehr als die Hälfte von den 5,7 Millionen Gefangenen starben in deutscher Gefangenschaft durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Hunger, Krankheit und Kälte. Das war gewollt. Von den westalliierten Gefangenen starben 3,5 Prozent. Die Verachtung gegenüber den Sowjetsoldaten zeigte sich auch darin, dass „in Auschwitz die ersten Vergasungen mit Zyklon B an 600 sowjetischen Kriegsgefangenen durchgeführt (wurden)“ (https://kontakte-kontakty.de/sowjetische-kriegsgefangene/).

Mehr als achthundertausend sowjetische Frauen, häufig noch sehr jung, waren im Dienst der Roten Armee, ein Teil davon auch an der Front. Sie waren Schützinnen, Pilotinnen, Aufklärerinnen, Ärztinnen, Sanitäterinnen, Funkerinnen, Wäscherinnen, Köchinnen usw. Auf deutscher Seite dominierte das Angst- und Feindbild vom „Flintenweib“, das besonders grausam und widernatürlich sei und das wie der „jüdische Kommissar“ zur Legitimierung des eigenen Vorgehens in der Sowjetunion diente. Gegen die Frauen an der Waffe, also auch gegen die Partisaninnen, sollte erbarmungslos vorgegangen werden, Gefangene sollten erst gar nicht gemacht werden. Den Rotarmistinnen wurde ihr militärischer Status nicht anerkannt. In Gefangenschaft wurden sie exekutiert, kamen in ein Konzentrationslager oder sollten als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt werden (Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Was hat die Bundesrepublik Deutschland aus der Geschichte, aus dem Leid, das den Menschen durch den deutschen Staat angetan wurde, gelernt? Dazu kurz ein paar Schlaglichter:

Aus Angst vor den Russen wollte Bundeskanzler Adenauer eine Wiederbewaffnung von deutschen Soldaten als Teil einer Europa-Armee und so debattierte der Bundestag 1950 einen ganzen Tag lang, obwohl eine große Mehrheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung dagegen war. 1952 stimmte der Bundestag zu, doch zu einer Europa-Armee kam es nicht. 1955 wurde die BRD in die Nato aufgenommen und durfte nun eine eigene Armee haben. Aus Personalmangel wurde auf Wehrmachtsoffiziere zurückgegriffen. „Um 1960 standen mehr als 12.000 Offiziere aus der Wehrmacht und 300 SS-Offiziere im Dienst der Bundeswehr.“ (https://www.dw.com/de/umstrittener-start-f%C3%BCr-die-bundeswehr/a-18830698 )

Bereits 1956 wollte Bundeskanzler Adenauer, dass die BRD Atommacht wird. Den geheimen Gesprächen mit Frankreich und Italien über die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Atomwaffen folgte schließlich am 8. April 1958 ein Rüstungsabkommen, was dann aber von De Gaulle, als er an die Macht kam, abgelehnt wurde. Es blieb Adenauer aber die von ihm gleichzeitig ausgehandelte „atomare Teilhabe“ der Bundeswehr an den zu stationierenden US-Atomsprengköpfen (https://www.spiegel.de/geschichte/deutsche-aufruestung-a-947286.html).

Am 16. Oktober 1998 billigte der Bundestag den Kriegseinsatz gegen Jugoslawien mit 500 von 580 Stimmen und damit den ersten Angriffskrieg Deutschlands nach Nazi-Deutschland. Die deutschen Leitmedien legitimierten den Einsatz und schwächten den Protest mit Falschmeldungen. Wie so viele Kriege beginnt auch dieser mit einer Lüge (siehe WDR-Doku: https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU ). Der Krieg wird im Namen der Menschenrechte geführt und weil eine humanitäre Katastrophe zu verhindern sei. Noch unmittelbar vor dem Angriff hatte der französische Präsident Chirac große Vorbehalte, er verlor aber den Machtkampf gegen die BRD und die USA (https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7895/). Die chirurgisch präzisen Luftschläge erwiesen sich als Illusion und die Nato erfand den Begriff Kollateralschaden. Vom 24.03. bis 10.06.1999 wurden durch das Kriegsbündnis Nato ohne UN-Mandat Schulen, Krankenhäuser, Fernsehsender, Straßen, Brücken, Wasserwerke, Chemiewerke attackiert und Urangeschosse eingesetzt, 2500 Menschen wurden getötet. Außenminister Fischer legitimierte den Krieg am 13. Mai 1999 auf dem Grünen Sonderparteitag mit: „Ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus.“ Mit 444 zu 318 Stimmen erhielt er die Zustimmung der Grünen für die Bombardierung und somit war auch die rot-grüne Koalition gesichert (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-das-schwere-ringen-um-den-kosovo-kompromiss-a-22166.html). Nicht zu vergessen ist dabei, dass im Zweiten Weltkrieg die Wehrmacht in Serbien Massaker an der Zivilbevölkerung verübt hat.

Bundeswehreinsätze im Ausland sind seitdem Normalität geworden, in Europa, Asien, Afrika und im Mittelmeer (siehe: https://www.bundeswehr.de/de/einsaetze-bundeswehr). Die Bundeswehr beteiligt sich auch im Rahmen des aggressiven Kriegsbündnisses Nato am jährlichen US-Großmanöver Defender Europe. Insgesamt 21 Nato-Mitglieder und 5 weitere Länder wirkten dieses Jahr mit. Erprobt wurde die Verlegung von Truppen und Material, wobei der Schwerpunkt auf Südosteuropa bzw. der Schwarzmeerregion lag. Im letzten Jahr, mit Defender Europe 2020, lag die Schwerpunktregion im Baltikum bzw. der Ostseeregion, die Schwerpunkte sollen sich jährlich abwechseln. Deutschland fungiert als Drehscheibe. Das Manöver dient dazu, sich auf einen möglichen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Immer stärker wird in der Politik und in den Leitmedien gehetzt und ein Feindbild aufgebaut, ein Beispiel ist das heute journal vom 16.06.21 (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/maas-froh-dass-treffen-stattgefunden-hat-100.html). Die BRD will nicht nur eine wirtschaftliche Großmacht sein, sondern auch militärisch, was sie mehr Verantwortung übernehmen nennt. Doch es geht um Wirtschaftsinteressen, um Macht und Profit, um die Sicherung von Ressourcen, Handelswegen und Märkte. „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, sagte 2004 der Verteidigungsminister Struck. Sie will endlich wieder eine ganz normale Großmacht sein.

Warum sollte ein Mensch auf Befehl einen Fremden töten? Zu Ruhm und Ehren des Vaterlandes? Weil der Fremde das Böse ist? Weil sonst die Obrigkeit einen straft?

Militarismus, Nationalismus, Patriotismus sind ein Übel, das gut für den Staat, aber schlecht für die Menschheit ist. Eine Identifikation mit dem „eigenen“ Staat dient den herrschenden Interessen und seinen Verbrechen, denn der Staat entstand, damit die Mächtigen und die Helferlein die Massen steuern, kontrollieren, indoktrinieren, sanktionieren, manipulieren und bevormunden können. Die Herrschenden hetzen die von ihnen Beherrschten und Ausgebeuteten aufeinander, in der Schlacht und auch zu Hause. Solange die Menschen das mitmachen, bleiben sie unfrei.

Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 19

Teil 19 – Stinker im Park

Es ist ein milder Sonnentag. Sie geht mit einem Freund durch die langgestreckte Grünanlage spazieren. Auf dem Weg tummeln sich Radfahrer und Fußgänger und am Rande spielen Kinder auf der Schaukel oder am Klettergerüst. Die allermeisten Menschen haben sich nicht maskiert, vielleicht ist ihnen bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Freien gegen Null geht oder es fehlt ihnen der Befehl zum Aufsetzen einer Maske. Einige Gestalten jedoch, von den Terrormedien in eine Angstneurose getrieben, meiden die frische Luft, sie tragen ihre kleinen Lieblinge. Doch trotz der nun schon längeren Beziehung wissen sie häufig immer noch nicht, wie sie es am liebsten mag und tragen sie unter der Nase oder sogar am Kinn. Manch einer hält sie in der Hand oder am Arm gebunden. Da hilft wohl nur noch Paartherapie. Aber in vielen Fällen ist es dafür zu spät, zerschunden, besudelt in den Dreck geworfen, liegen die Lieblinge auf dem Boden oder im Gebüsch. Einst waren sie begehrt, glaubte der Träger sogar, nicht ohne sie leben zu können, doch die Liebe hat ein Ende. Aber musste es so grausam sein? Als sie noch rein und unbefleckt waren, waren sie zur Befriedigung eines Bedürfnisses gut genug, doch als ihre strahlende Schönheit verblasst war, landeten sie in der Gosse. Die tragischen Heldinnen hatten sich zwischen ihrem Träger und einem heraufbeschworenen Killervirus gestellt, ihn beschützt und sich geopfert, ertrugen des Trägers Spucke und Atem, seinen Mundgeruch, das Feuchtbiotop, das sich auf ihr bildete mit all den Bakterien, Keimen und Viren. Sie hielt stand, auch gegenüber seinen dreckigen Fingern, die sie ständig betatschten und dem Schweiß an seinem Hals, an den er sie drückte. Liebe erträgt viel, aber Undank ist der Welten Lohn. Doch Gift ist die Rache der Verschmähten. Das Mikroplastik, das Formaldehyd und all die anderen Chemikalien, die in ihr sind, der Cocktail an Schadstoffen, den sie ausgegast hat in seine Atemluft. Mon amour, der letzte Kuss des Verderbens. Adieu. Reiche den Zartbesaiteten jemand ein Taschentuch, für die anderen bleibt die Feststellung, dass dieser Dreck nichts im Grünen zu suchen hat. Können die braven, ständig um die Gesundheit der Mitmenschen besorgten, moralisch weit über allen stehenden Coronakreuzzügler nicht ihren Abfall in der Restmülltonne entsorgen? Offensichtlich, nein.

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Drei Affen, 5G und ein A (Gedicht)

Drei Affen, 5G und ein A

Drei Affen und 5G
nichts hören nichts sehen nichts sagen
gehorsam getestet gespritzt und getrackt – gefangen
auf narkolepsiert folgt genmanipuliert folgt transhumiert
Cont er ga‘ nichts für.
Oder doch?

Sich fügen heißt lügen
Affen schwingen durch die Lüfte, lausen und liebkosen
tausch‘ 5G für ein gekreistes A
Anarchie statt Plandemie

kein Gott kein Herr kein Staat
das Göttliche in dir
über dich herrschst du
l’état n’est plus, perdu, c’est toi

Frieden Freiheit keine Diktatur
so leicht wie Sonntagmorgen.
Worauf wartest du?

Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 15

Teil 15 – Tanz in den Mai

Der Tag ist ein wenig trüb und kalt, doch gegen Abend klart der Himmel auf und sogar die Sonne schickt einen Gruß. Sie reckt sich auf dem Sofa und steht mit Schwung dann auf. Die Schwerkraft und Trägheit überwunden, zieht sie ihre Schuhe an und nimmt sich ihren Tretroller, klappt ihn auf der Straße aus und schwingt das Bein. Noch sind die Knochen ein bisschen steif, doch bald rollt alles geschmeidig wunderbar. Durch die ganze Stadt gleitet sie dahin, sie hat Zeit und Muße und blickt die Welt sich an. Menschen sind unterwegs und auf dem großen Platze hat der Gewerkschaftsbund eine Bühne aufgebaut für sein braves Tralala natürlich mit Abstand und Maske. Ein Stückchen weiter klebt ein Plakat, bunteinfältiges Solidargewäsch von Wir, doch darunter ein mit schwarzem Stift entgegnetes NO. An Testzentren stehen tatsächlich Leute. Statt für Hostien im Gottesdienst, hier nun anstellen für ein Teststäbchen.

Noch schnell einen Freund besuchen, will sie, vielleicht ein Tässchen Tee und ein Pläuschchen. Leider ist er nicht daheim, also zieht es sie weiter an den Fluss. Vorher noch ein wenig die Füße vertreten und schieben. Eine Frau mit Maske wechselt schnell die Straßenseite. Dann kommt noch ein hübscher fetter Kater vorbei, sie ruft ihn, doch er will sich nicht streicheln lassen. Schade.

Ein Fremder lächelt sie an und sie kommen ins Gespräch. Sie erzürnt sich über den Wahn von Politik und Medien und Krisenprofiteuren, die Leid bringen über Kinder, Alte und Alle, verziert mit der geheuchelten Sorge um Leib und Leben. Wie wäre es stattdessen mit Freude, Nähe, Lachen, gesunder Nahrung, Bewegung und selbst entscheiden? Gibt es ein Leben vor dem Tod? Eine alte Frau, die ihren Rollator vorm Hauseingang abstellt, stimmt ihr zu und freut sich über die offenen Worte, spricht auch einen Nachbarn mit Hund an, der ebenso denkt.

Der Fremde möchte sich noch gerne weiter mit ihr unterhalten und bietet ihr einen von zwei Falafeln an, die er gerade von ihrem Lieblingsimbiss gekauft an. Das klingt gut und sie gehen gemeinsam zu seiner Wohnung, um noch eine Flasche Wein zu holen, die sie am Fluss trinken wollen. Sie setzen sich in seine kleine Souterrainwohnung und reden und zu der Flasche Wein kommt es nicht mehr. Aber zu Küssen und Lachen und Haut an Haut. Ein warmes, zartes Miteinander wie ein weiches Kissen.

Es ist spät geworden und er möchte gerne, dass sie bleibt und er mit ihr wach wird. Doch sie will noch an den Fluss. Die Ausgangssperre interessiert sie nicht, sie will durch die Dunkelheit gleiten an den Lichtern der Schiffe vorbei, den Wind in ihrem Gesicht spüren. Er umarmt sie zum Abschied und sie tanzen ein Weilchen ohne Musik, nur ihr leises Singen an seinem Ohr.

Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 11-14

Teil 11 – Auf dem Marktplatz I

Sie steht auf dem Marktplatz in einer kleinen Gruppe und unterhält sich. Nur wenige Schritte von ihnen entfernt eng sitzende Menschen, die sich an der Sonne und der Wiedereröffnung der Gastronomie erfreuen. Die Polizei, dein Freund und Helfer, will das nicht. Drei bis an die Zähne bewaffnete Polizisten nähern sich der Gruppe. Sie sollen sich auflösen, den Platz verlassen wegen Verstoßes gegen Abstandsregeln, die für die Polizei und die Gastronomie-Besucher hingegen nicht gelten. Diskussionen folgen. Während sie noch – die Indoktrination sitzt tief – naiverweise darauf hofft, Polizisten nicht als befehlsausführende Roboter, sondern als Menschen mit Gewissen und Mut zur Zivilcourage erreichen zu können und ihnen eine Predigt über Grundgesetz, Freiheit und Widerstandsrecht hält, reicht’s ihrer Freundin schon lange mit der Polizei, spätestens seit sie bei G20 von ihnen in Lebensgefahr gebracht wurde. Sie provoziert verbal mit einer einladenden Geste. Ein junger Blonder lässt sich gerne darauf ein, scheint richtig heiß auf Krawall zu sein, greift nach ihrem Handgelenk. Dickie, der Chef, pfeift ihn zurück, erteilt Platzverweise, an die sich aber niemand hält. „Ich hasse Menschen“, wendet er sich mit seinen Jünglingen ab, um für diesen widerspenstigen Mob Verstärkung zu rufen. Für eine Handvoll untrainierter, zierlicher Weiber und einiger Rentner leistet sich der Staat gerne ein Polizei-Großaufgebot.

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Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 5-10

Teil 5 – In der Obst- und Gemüseabteilung

Sie steht in der Obst- und Gemüseabteilung und nicht weit von ihr entfernt, ist ein junges Paar, beide mit FFP2-Maskengesicht. Sie beobachtet, denn sie schaut Menschen tatsächlich noch an, auch wenn diese keine Notiz von ihr nehmen, als sei sie unsichtbar oder als würden die Menschen denken, selbst unsichtbar zu sein. Sie reagieren, sie merken einfach nicht mehr, als hätten sie zusätzlich noch Scheuklappen aufgesetzt, dabei steht sie doch in direkter Linie frontal zu ihnen, drei Meter entfernt.

Der Mann wiegt Äpfel, die er in einer dieser kleinen Plastikbeutel gesteckt hat. Plastik, das die ganze Welt verseucht, die Meere, das Grundwasser, den Boden und auch in Körpern zu finden ist. Äpfel von ausgebeuteten Saisonarbeiterinnen gepflückt, viele aus fernen Ländern, obwohl genug in der Nähe wachsen. Ein Apfel kullert ihm von der Waage runter auf den Boden. Er hebt ihn auf und wirkt unschlüssig. Mit Tüte und den Apfel in der Hand geht er zu der beim Einkaufswagen stehenden Frau und redet kurz mit ihr. Dann legt er den einen Apfel zurück auf den Obststand und packt einen anderen in die Tüte.

So ist das halt an der Hygienefront, wo die guten Menschen ihre Grenzen erreichen. Die Menschen, die aus vorgeschobener Solidarität für die Schwachen und Ängstlichen ihren eigenen Atemstrom behindern und andere für unverantwortliche Egoistinnen oder gar Mörderinnen halten, wenn diese dem psychotischen Treiben nicht folgen. All die Ja-Sager und die bitte, bitte Härter-Sager. Ja zur Maske, zur Erkennung der Gehorsamen, der Eiferer und zur Dämpfung der eigenen Todesangst, ja zum Lockdown mit all den Folgeopfern, ja zum PCR-Test, der keine Krankheit oder Infektion feststellen kann, ja zu einer neuartigen genbasierten „Impfung“ mit Nebenwirkungen und Pharmamegaprofit, ja zur totalen Überwachung und der Vergrößerung der Datenressourcen, denn nicht das Geringste darf verborgen oder unverwertet bleiben, ja zur Vernichtung des Menschseins, auf dass wir alsbald unseren Göttern, den Maschinen, gleichen, mit ihnen verschmelzen und somit selbst göttlich unsterblich werden und ja zu den Milliarden Menschen, die auf diesem Weg „überflüssig“ werden.

Aber einen Apfel mit Bodenkontakt essen, da hört der Heldenmut auf. Der eine Apfel ist nicht gut genug für den Gutmenschen. Den vergifteten Apfel soll doch das blöde Schneewittchen futtern.

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