Die Katze und Ein Abschiedsbrief (Gedicht und Ballade)

Die Katze

Die Katze
trägt keine Maske.
Das verbietet ihr Instinkt.
Ihr Wesen ist wahrhaftig,
ihr Charakter unverstellt.
Die Zunge reinigt das Fell.

Ein Abschiedsbrief¹

Von Geburt an warst Du mein ständiger Begleiter.
Nicht nur meiner, unser aller.
Hast uns erzogen und gelehrt,
was richtig ist, was falsch.
Wir haben Dich tief verinnerlicht.
Geliebt haben wir Dich nie.
Keiner von uns.

Zweifel, die manches Mal aufkamen,
ersticktest Du im Keim.
Mal kamst Du freundlich frohlockend daher,
mal mit strenger Hand.
Auch mit Gewalt,
die Du bedauertest,
war sie doch alternativlos,
diente sie nur unserem Schutz und unser aller Wohl.
Wie ein Schulmeister, der am besten weiß,
was gut ist für seine Kinder.

Die Erkenntnis, dass Du uns unserer Mutter genommen
und uns zu Waisen machtest,
war so schmerzhaft wie heilsam.
Viele von uns sind erwachsen geworden
und Du ein alter Greis,
nicht weise,
sondern knorrig und verdorrt.

Starrsinnig klammerst Du an uns,
vergrämt über Deinen Machtverlust,
erzürnt über unsere Befreiung.
Du brauchst uns, aber wir brauchen Dich nicht,
weil Du uns schadest.
Viele Opfer sind zu beklagen.
Leichen pflastern Deinen Weg.
Their agony is our triumph².

Wir sind nicht mehr die Kinder auf Gehorsam getrimmt.
Unsere Verbildung und Verblödung haben wir überwunden.
Unser letztes Bißchen Menschenverstand konntest Du uns nicht austreiben.

Wir sind nicht mehr die Ehefrauen, die Du betrügst und hintergehst;
unsere Scheidung haben wir längst vollzogen.

Wir sind nicht länger zivilisierte Bittsteller, die Du schikanierst,
oder Soldaten, die Du drillst und kommandierst.
Nicht mehr die Angeklagten in Deinem Theaterstück,
exekutier‘ Dich selbst in Deinem Farce-Gericht.

Vorbei die Zeit Deiner Ausbeuterei und Verramscherei
in der Lohnsklaverei.
In Deiner Welt hat alles einen Preis
und nichts hat einen Wert³.
Bei uns ist es umgekehrt.

Wir sind weder Nutzvieh, das Du schlachtest;
noch Versuchstier, dem Du trachtest
nach dem eledigen Leben in Gefangenschaft.

Wir sind nicht länger die Patienten auf Deiner Pharma-Intensivstation,
die Junkies Deiner Wegwerf-Glitzerwarenwelt
oder die Veräußerlichten in Deinem digitalen Äther.

Nicht das Kanonenfutter, das Du verheizt,
die Ausgebombten, die Du vertreibst,
die Heimatlosen, die Du entfremdest von sich selbst.

Schluss mit dem Zu-Kreuze-Kriechen,
ob in Kirche oder Wahlkabine,
mit Häkchen oder ohne.

Wir sind nicht länger der Volksempfänger für Deine Gehirnwäsche,
die Masse, die Du spaltest,
die Prostituierten, die Du fickst.
Keine Bücklinge mehr in Deiner Hierarchie,
keine Insassen in Deiner Klapse.

Gewesen waren wir die längste Zeit
die Zuschauer in unserem eigenen Leben.
Genesen und geheilt von Deinen kranken Phantasien
gehen wir zurück zu unserer Mutter Erde.

Dein Saftladen kracht zusammen.
An Dir selbst bist Du gescheitert:
an Deinem gierig‘ Größenwahn,
Deiner eitlen Hässlichkeit,
Deiner Einfallslosigkeit.
Deine Trickkiste ist leer:
Angst machen, spalten, herrschen –
ist irgendwann durchschaut.

Deine Krieger werden müde.
Wenn selbst die strengsten Gläubigen
abfallen von Deiner Mär,
die Stirn Dir bieten mit einer Amnestie,
die Hand ihren Schwestern reichend –
zaghaft wenngleich,
Scharia hin oder her,
dann naht Dein Ende bald,
dann ist Zapfenstreich.

Trümmerhaufen und Altlasten
sind Deine Hinterlassenschaften.
So sind wir es gewohnt,
geübt im Aufräumen und Putzen.
Als schlechter Verlierer erweist Du Dich,
schlägst und beißt und trittst um Dich
wie ein verzweifelt‘ ängstlich‘ Tier.
Du weißt, der Kampf ist aussichtslos,
pfeifst aus dem letzten Loch.
Wer überhören will das noch,
wird mit Dir untergehen.

Für’s bedingungslose Aufgeben
fehlt’s Dir an Größe und an Ehre.
Wir werden die Hand nicht halten
an Deinem Sterbebett.
Das hast Du nicht nur nicht verdient –
menschliche Wärme ist Dir fremd.
Ein Monster verlässt den Planeten.
Ach wie gut, dass jede weiß, dass Du Patriarchat heißt.
Hätt’st mal besser über Deine Gefühle gesprochen.

Du kämpfst Dein letztes Gefecht,
wir sind Dein letztes Geleit
in den Abgrund.
Wer anderen eine Grube gräbt,
fällt selbst hinein.

Schluss Ende Aus Vorbei
mit Deiner Terrortyrannei.
Hast uns lang genug gequält.
Auf Nimmerwiederseh’n!
Kein ‚Danke, es war schön‘.
Hinfort mit Dir für immer.
Und nimm‘ Dein ganzes Geld mit,
wir behalten ’s Klopapier.

Anmerkungen:

¹ Ballade vom Patriarchat
² „Ihr Todeskampf ist unser Triumph.“ In Erinnerung an die 1927 hingerichteten italienischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti in den USA.
³ In irgendeinem Buch von Roberto Saviano gelesen über die Mafia.

Deutsches Krebsforschungszentrum: humanistische Einrichtung oder transhumanistische Biowaffenschmiede?

Aluthutmäßiges Verschwörungsgeschwurbel oder handfeste Indizienlage?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) wird 2021 57 Jahre alt. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Gegründet wurde die mittlerweile 319 Millionen Euro schwere staatliche Stiftung im Jahre 1964 vom Arzt Karl Heinrich Bauer und dem Juristen Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Dass es sich dabei um ein Nazi-Duo handelte, lässt das DKFZ in seiner Jubiläumsrückschau unerwähnt. So schrieb Karl Heinrich Bauer Bücher über Rassenhygiene und „Die Praxis von Sterilisierungs-Operationen“, war Beirat der Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung, die bis 1965 bestand, sowie beteiligt an der später so genannten „Aktion Brandt“, also der gezielten Tötung Kranker in Heil- und Pflegeanstalten im Dritten Reich. Kurt Georg Kiesinger, ebenfalls NS-Systemler, sorgte später als Kanzler einer Großen Koalition dafür, dass ähnlich geartete Nazi-Verbrechen verjährten und führte 1968 Notstandsgesetze ein. Einige Jahre später wird Otto Westphal, ehemaliges NSDAP- und SS-Mitglied und Mitbegründer der Gesellschaft für Immunologie, wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ werden. Genauere Informationen über z.B. die personelle Ausstattung in der Zeitspanne 1964 bis 1999 lassen sich beim DKFZ nicht in Erfahrung bringen, die Daten sind nicht (mehr?) abrufbar. (1-9)

Auf der anderen Seite des Atlantiks rief Präsident Richard Nixon 1971 den „war on cancer“ aus. (Ähnlichkeiten zu Macrons „Nous sommes en guerre“ und Merkels „größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“ im Corona-Jahr 2020 dürften rein zufälliger Natur sein.) „Im Oktober des gleichen Jahres wurde im Rahmen seiner Initiative das Army’s Fort Detrick in Maryland, bis dahin eine Einrichtung zur Forschung zu Biowaffen, unter dem Namen Frederick Cancer Research and Development Center in ein Krebsforschungszentrum umgewandelt.“ Weiter heißt es bei wikipedia: „Das NCI [National Cancer Institute] erhielt durch dieses Gesetz eine Sonderstellung und weitreichende finanzielle Autonomie innerhalb der National Institutes of Health (NIH). Die Gesamtausgaben für die Krebsforschung in den USA seit Nixons Erklärung werden auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2003 wurde das Ziel, eine Heilung für die Erkrankung Krebs zu finden, als „NCI Challenge Goal 2015“ erneuert.“ Redliche Gesundheitsforschung im Dienste der Menschheit oder ein Fall von „Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix“? Denn am 16. Dezember 1971 wurde die Biowaffenkonvention zum Verbot eben jener von der UN-Vollversammlung völkerrechtlich ratifiziert und am 23. Dezember unterschrieb Richard Nixon den National Cancer Act. (10-11)

Was hat die Krebsforschung hüben wie drüben in all den Jahrzehnten zustande gebracht? Ein generelles Heilmittel gegen Krebs jedenfalls nicht. Auch nicht die Ergründung einer Kausalkette, wieso weshalb warum Krebs genau wann und wo entsteht, so dass Menschen sich dagegen wappnen könnten. Warum bekommt der eine (Nicht-)Raucher Krebs, der andere nicht? Das wird dann immer mit vielschichtigen Einflussfaktoren erklärt. Die Krebszahlen sind allerdings seit der intensivierten Forschung sogar angestiegen. Oder gerade deswegen? Wo getestet/gescreent wird, da ein Fall, wo nicht getestet/gescreent wird, da kein Fall? So wie bei Corona? In der Jubiläumschronik des DKFZ, die die bisherigen Meilensteine des Institutes bilanziert, finden sich jede Menge Anglizismen wie Comprehensive Cancer Center, Corporate Design oder Life-Science-Lab; eine Strahlenblende; eine Ausbreitung in den Technologiepark; zwei neue Abteilungen für Tumorvirologie und Bioinformatik (= Genomforschung); ein 7-Tesla-Magnetresonanztomograph, der „ausschließlich für onkologische Fragestellungen genutzt wird“ (wenn das so sehr betont wird, muss es ja stimmen); eine Allianz mit Bayer und ein Besuch der thailändischen Prinzessin. Apropros Thailand: Die WHO führt ein – nicht sehr nutzerfreundliches und nicht besonders leicht auffindbares – Register über internationale Krebsmortalitäten. Deutschland mit dem angeblich weltbesten Gesundheitssystem schneidet relativ schlecht ab, sogar schlechter als die USA! Thailand hingegen sowie etliche lateinamerikanische Länder bilden die Gruppe der Besten. Unter den Ländern mit vergleichbaren Gesundheitsstandards wie Deutschland sind Schweden und Israel führend. Ob die thailändische Prinzessin gekommen war, um den Deutschen mal zu zeigen, wie man’s richtig macht mit der Krebsheilung? – Aber dann sind da ja in der DKFZ-Historie auch noch zwei Nobelpreise (- böse Zungen wie die des Investigativjournalisten James Corbett behaupten ja, der Nobel steckte unter einer Decke mit Königshäusern und reichen Oligarchen, die die Weltherrschaft für sich beanspruchen -): einer für eine Impfung gegen humane Papillomaviren, die angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösen (wie war das noch mit Bauer und den Sterilisationen?) – auch hier behaupten böse Zungen wie die des Biologen Stefan Lanka oder der Autoren von „Virus-Wahn“ Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein, das mit den Viren sei alles nicht so ganz seriös…-; der andere Nobelpreis für irgendwas mit Fluoreszenz und Mikroskop. Ein Blick auf die Forschungsschwerpunkte deutet eher auf Gattaca hin als auf menschliche Heilkunde: viel Technologisches, Molekularbiologisches, Genetisches, Virologisches, Radiologisches… Die Abteilung für Prävention ist die kleinste von allen. Eine Alibi-Abteilung? Eine Forschungseinheit für die Erkundung von Spontanheilungen – Fehlanzeige. Erforschung von Waldspaziergängen und Krebsheilung – Fehlanzeige. Wirkung von Musik und Kunst auf Krebskranke – Fehlanzeige. (2, 12-15)

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Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 18

Teil 18 – Alles auf den Prüfstand

Seit sie nicht mehr im Hamsterrad des täglichen Arbeitswahnsinns lief, war sie gedanklich nicht mehr ablenkt mit lästigen Zankereien aus eben jenem Zwangsverhältnis, sondern hatte mehr Zeit, über wirklich Wichtiges nachzudenken, zu recherchieren und zwischendurch einen Kuchen zu backen. Wenn eine kleine Elite seit über einem Jahr der Menschheit eine gigantische Lüge auftischte, so wird das doch mit Sicherheit nicht das erste Mal in der Geschichte gewesen sein. Ihr kam ein weiser Spruch in den Sinn, den sie einmal irgendwo aufgeschnappt hatte, von wegen, man solle sich vor Menschen hüten, die Panik verbreiten und genauer hinsehen. Das stimmte ja auch: Angst ist bekanntlich ein Herrschaftsinstrument. Und jeder Krieg beginnt mit einer Lüge.

Die erste Panik, an die sich erinnerte, war in ihrer Kindheit das Ozonloch. Das sei eine Gefahr für die Menschheit, in Australien würde die Hautkrebsrate dramatisch ansteigen, hieß es damals. Als Verursacher galten FCKW-Gase, die daraufhin verboten wurden. War das auch eine aufgebauschte Hysterie so wie jetzt, hinter der eigentlich etwas anderes steckte, nämlich wieder irgendwelche Geldinteressen? Sie fragte sich, warum stieg in Australien die Hautkrebsrate, wenn doch das Loch über dem Südpol war? Wieso überhaupt Südpol? Wie ist das FCKW-Gemisch dort überhaupt hingekommen? Diese Gase werden doch hauptsächlich auf der bevölkerungsreicheren und industrialisierten Nordhalbkugel entfleucht sein? Sie stieß im Internet wohlgemerkt in der Mainstream-Presse auf Hinweise, dass die Dicke der Ozonschicht auch etwas mit Temperaturen zu tun habe (aha, also nicht nur FCKW, was damals ja die offizielle Begründung war) und dass FCKW-Gase sehr stabil seien (stabile, langlebige Produkte sind schlecht fürs Geschäft im Wegwerfkapitalismus), dass die Meere auch Chlor ausdünsteten (scheint einleuchtend wegen des Salzes) und dass angeblich das Patentrecht des FCKW-Herstellers damals abgelaufen sei. Hatte letzteres nicht auch der Lübecker Laborarzt berichtet, der sich erdreistet hatte, mit altbewährten Methoden einen Corona-Impfstoff herzustellen und dafür Post von der Staatsanwaltschaft bekam? Könnten nicht auch irgendwelche physikalischen Flieh- und Vakuumkräfte Löcher in der Stratosphäre bedingen, ähnlich wie bei einem Eimer Wasser, den man umrührt? Die Erde dreht sich ja schließlich. Gibt’s überhaupt nicht vielleicht mehrere Einflussfaktoren, warum sich Ozonlöcher bilden so wie es ja auch mehrere Faktoren gibt, warum jemand an einem Virus (schwer) erkrankt oder nicht?

Sie war in Physik nie gut. Der Lehrer monologisierte vorne an seinem Pult, schien kein Interesse daran zu haben, ob die Kinder ihm folgen konnten und gab im besonderen ihr zu verstehen, dass sie dafür sowieso zu blöd sei. Für ihr Selbstbewusstsein war das nicht gerade förderlich. Aber die Fragen, die sie sich jetzt stellte, schienen ihr doch sehr berechtigt. Sie informierte sich beim Deutschen Wetterdienst. Dort erfuhr sie gleich im ersten Absatz, dass Ozonlöcher wiederkehrende, saisonale Phänomene seien, nämlich in den Polarnächten, und aufgrund der geographischen Besonderheit vor allem Südpol. Dass es auf der Nordhalbkugel wegen anderer geographischer Verhältnisse sehr viel mehr Luftaustausch und damit „schlechtere“ Bedingungen für ein Ozonloch gebe. Dass die Ozonschicht insgesamt sehr dünn sei und dass der stratosphärische Ozonmangel in den Polartagen aus tropischen Gefilden wieder aufgefüllt werde. Dass FCKW-Gase die Ozonschicht beeinflussen, aber genauso Kreuzblütengewächse und Vulkanausbrüche. Wie viel Nordhalbkugel-FCKW nun im südpolaren Ozonloch steckte, war dort leider nicht zu erfahren, dafür aber im letzten Absatz: dass das Ozonloch 1990 sehr klein, 2006 sehr groß, 2012 wieder deutlich kleiner war. Das passte nicht mit der Verbannung von FCKW seit 1987 zusammen. So resümierte sie für sich: Wie viele Industrieanlagen, Kühlschränke, Haarspraydosen usw. es in den ’80er Jahren auch immer gegeben haben mag, wenn sie auf den Globus schaute, konnten die darin enthaltenen Schadgase für Mutter Erde doch nicht mehr als ein patriarchaler Furz gewesen sein – ohne damit rücksichtslose Kapitalisten in Schutz nehmen zu wollen. Warum sonst hatte sich die Ozonlochproblematik auf der Nordhalbkugel – Strömungen hin oder her – nicht verschärft? Ob sie mit ihrer Schlussfolgerung nun richtig lag oder falsch: Die Erklärung mit den stabilen Polarwirbeln am Südpol schien ihr doch viel einleuchtender und bedeutsamer als das FCKW. Und dann war da ja noch der Hinweis auf monetäre Interessen. Eingesetzt für die Abkehr vom FCKW, beschlossen im so genannten Montrealer Protokoll, hatten sich übrigens so honorige Persönlichkeiten wie Ronald Reagan und Margaret Thatcher… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Mein Körper gehört mir (Gedicht)

Mein Körper gehört mir
mein Bauch
mein Herz
mein Verstand
mein Immunsystem
mein alles
von Kopf bis Fuß
er ist nicht auf dieser Welt für Dich
nicht für
Pharma, Data oder Herren dieser Länder

Mein Körper ist nicht rein Geistes Werk,
gar eine bloße Hülle nur, geformt nach meinem Bilde
Mein Geist ist meines Körpers Flamme wie die
Flamme der Kerzen Wachs und Docht
entfacht nicht von mir allein

Ich bin aus Sternenstaub
frei geboren, frei zu atmen
und zu gehen, wohin meine Füße mich tragen

Ich bin ein Erdenkind
beschenkt mit dem Lebenshauch
erschaffen und geboren durch den Leib
meiner ersten, meiner großen Liebe

Doch soll ich eine Nummer sein, eine Mängelware

Mein Körper wird gewogen, gemessen, begutachtet,
bewertet, gescannt, beobachtet, behindert, isoliert,
verwertet, registriert, bestraft, verstümmelt, verfolgt,
optimiert, dressiert, aussortiert

Aber ich bin das Leben, sei Du nicht der Tod,
gefangen in Angst und Pein
Ich will nicht Deine geheuchelte Verantwortung statt
hemmungsloser Lebenslust

Und tut mein Bauch vor Lachen weh
brennen meine Lippen von wilden Küssen
müden meine Glieder vom Tanzen schwer
so soll es sein, so ist es wunderbar

In der Umarmung von Dir und Dir wird mein
Kummer kleiner und meine Freude größer

Ich soll mich verbannen hinter Mauern
aus Stoff und Stein
Nein!

Die Sonne und Dein Lächeln
sollen bescheinen mein Antlitz
über Haut und Haar soll streichen der Wind
der Regen soll nässen mein Haupt
meine Hand soll spüren das Gras

Mein Körper gehört mir
keiner Religion, die ihn verachtet,
keinem Patriarchat, das ihn erniedrigt,
keinem Staat, der ihn knechtet,
keinem Kapital, das ihn schröpft

und wenn mein Körper stirbt, heute oder im
fernen Morgen
dann war da vorher Leben, dann war da Ich
mit allen Sinnen

Corona und die große Panik – eine anarchafeministische Bestandsaufnahme

Warum die Corona-Krise ein patriarchales, weniger ein medizinisches Problem ist

Eines gleich vorweg: Wir verhöhnen weder Kranke oder Tote, noch leugnen wir mutierte Viren. Wir stellen jedoch die uns so suggerierte vermeintlich hohe Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 in Frage und die daraus erfolgten massiven Freiheitsbeschränkungen sowieso. Und wir wundern uns vor allem, wie leichtfertig ansonsten scharfsinnige, kritische, kluge Frauen und andere Menschen in einer ihnen unheimlichen Situation, auf unbekanntem Terrain auf altbewährte patriarchale Herrschaftsmuster hereinfallen.

Was uns negativ in der Corona-Krise überrascht, sind nicht Regierungen und PolitikerInnen, die Kriegserklärungen abgeben (gegen wen eigentlich?) und zur Solidarität (ausgerechnet!) aufrufen; nicht „Qualitätsmedien“ und Nachrichtenheinis, die die Leute 24/7 mit Corona beschallen, dass man fast gar nicht anders kann, als in Panik und Hysterie zu verfallen; auch nicht die anständigen Staatsbürger, die meinen, Nachbarn und Fremde denunzieren zu müssen wegen zu wenig Abstand oder vielleicht einfach nur zuviel Fröhlichkeit, die aber ansonsten bei jeder Ungerechtigkeit immer schön die Klappe halten; es sind auch nicht Wissenschaftler, die uns überraschen, wenn sie aus fragwürdigen Quellen Geld beziehen – wes Brot ich ess, des Lied ich sing – und/oder in ihrer Eitelkeit Ruhm und Karriere anstreben; geschweige denn reiche Menschen, die bestenfalls selbstgefällig meinen, mit Geld die Welt retten zu können; oder gar Klopapierregaleleerkäufer – von all jenen erwarten wir nichts anderes als Heuchelei, Unaufrichtigkeit, Untertanentum, Machtstreben, Opportunismus – die tiefen Abgründe menschlicher Seelen eben, die deren Besitzer nicht bereit sind, zu bearbeiten. Was uns übel aufstößt, sind aufgeklärte, sonst mutige Menschen, insbesondere Feministinnen, die „Verschwörungstheorie“ und „Aluhüte“ schreien oder die alt-bewährte Nazi-Keule auspacken, sobald es eine wagt, die von früh bis spät vorgekaute Mainstream-Meinung nicht einfach so zu schlucken, sondern das eine oder andere in Frage zu stellen, zu widerlegen, auf dubiose Geldströme hinzuweisen. Als lebten wir eben nicht im Zeitalter des Kapitalismus, in der Kapitalisten aus jeder Situation Kapital zu schlagen versuchten. Als gäbe es nicht einen unguten Filz aus Politik, Geld und Macht. Als gäbe es keinen Dilettantismus. Als gäbe es keine Fälle von Zensur und Faschisierungstendenzen. Als hätte es in der Patriarchatsgeschichte nicht immer wieder Menschen, meistens Männer, mit Allmachtsphantasien gegeben. Mit Verlaub: Das finden wir naiv. „Corona und die große Panik – eine anarchafeministische Bestandsaufnahme“ weiterlesen

Es kann nur einen Feminismus geben – und der ist radikal

Ein Feminismus, der nicht radikal bis an die Wurzel geht, ist für uns kein vollendeter, weil er nicht konsequent ist. Wer den Radikalfeminismus konsequent zu Ende denkt, landet bei der Anarchie, die eben nicht verleumderisch Chaos bedeutet, sondern Freiheit und Selbstorganisation ohne Autoritäten.

Wir möchten das Übel, das uns unserer Freiheit beraubt, an der Wurzel packen, das Patriarchat, das hierarchische Herrschaftssystem, das uns gefangen hält, nicht leugnen, nicht schön reden, nicht reformieren, sondern abschaffen. Des Übels Wurzel, das ist für uns die Sexobjektifizierung von Mädchen und Frauen; das sind korsettartige, einengende gesellschaftliche Rollenzuschreibungen für Frauen, aber auch für Männer; das ist für uns die Religion, die als Gegnerin der Aufklärung Menschen verblödet und unterwirft; das ist für uns der selbsternannte Staat, der Ungleichheit nur da beendet, wo es der Elite nicht grundlegend schadet, sie ansonsten aber zementiert und stetig erneuert und uns das als Rechtmäßigkeit verkaufen will; das ist für uns die Entwertung von Tieren und ihren Lebensräumen, was die Menschheit verrohen lässt, sie von der Natur entfremdet und ihre eigene, also unser aller Lebensgrundlage zerstört.

Wir solidarisieren uns mit allen, die ebenfalls unter diesem Herrschaftssystem leiden und es revolutionieren wollen, solange sie die Unterdrückung der Frauen (ohne * als eigenständige Gruppe) anerkennen. Wer uns Idealismus und Realitätsferne vorwirft, dem sagen wir: Du hast kapituliert vor dem Unrecht. Du richtest es Dir gemütlich oder zumindest erträglich ein in einem Scheiß-System, weil Du privilegiert oder noch nicht gründlich genug auf die Schnauze gefallen bist, weil Du Unangenehmes ausblendest. Du bist unsolidarisch mit denen, die auf der Hierarchie-Leiter unter Dir stehen. Du betrügst Dich und schadest Dir selber, weil Du Dein Mitgefühl verloren, Deine Menschlichkeit ein Stück weit aufgegeben hast. Es mangelt Dir an Phantasie und geschichtlichem Wissen. Denk‘ mal groß! Das Leben könnte so schön sein wie eine Rose, wenn nur das Patriarchat nicht wäre.

Fleisch ist kein Gemüse

Speziesismus ist der Sexismus gegen Tiere

Wenn wir mal ehrlich sind, so waren die ersten Opfer des Patriarchats nicht wir Frauen, sondern die Tiere, zumindest jene, die fortan den Namen ‚Nutztiere‘ bekamen, als wären sie irgendwie andersartige Tiere und um ihre Ausbeutung zu rechtfertigen. So begann die Viehhaltung vor rund zehntausend Jahren in der Jungsteinzeit (etwa 8200 – 6200 v. Chr.), unsere eigene Unterordnung Gerda Lerner zufolge aber erst fünftausend Jahre später (ca. 3100 – 600 v. Chr.). Und wenn wir weiterhin ehrlich sind, so haben wir Frauen an deren Ausbeutung fleißig mitgewirkt, dabei waren Tiere nie schlecht zu uns, sind uns nie in den Rücken gefallen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns selber in ihnen wiedererkennen, die Parallelen zu unserer eigenen Unterdrückung sehen, uns mit ihnen solidarisieren, ihre Ausbeutung nicht länger mitbetreiben, sie aus ihrer Gefangenschaft befreien.

vegane Ernährung

Der Konsum tierischer Lebensmittel mag früher einmal lebensnotwendig gewesen sein, heutzutage ist er es nicht mehr – zumindest nicht in den wohlhabenden Gegenden dieser Welt. Ein Verzicht auf sie wäre ohne Schaden ohne weiteres möglich, wenn es denn nur gewollt wäre. Das Argument mit dem Vitamin B12 zieht nicht. Einzig Bakterien sind in der Lage, dieses Vitamin zu produzieren. Das heißt, Tiere müssen es genauso mit der Nahrung aufnehmen wie wir Menschen. Dies passiert natürlicherweise über die Aufnahme von Erde mit all den Bodenbakterien, industriellerweise über künstliche Anreicherung des Tierfutters. Wir Menschen könnten also genauso gut Erde essen anstelle getöteter Tiere oder – da wir ja von Mutter Erde sehr entfremdet sind – Nahrungsergänzungsmittel. Was ist die Einnahme letzterer schon im Vergleich zu all dem Tierleid?

Radikalfeminismus bedeutet Solidarität mit Tieren

Vegetarische Ernährung kann ein Anfang sein, konsequent ist diese Ernährungsweise aber nicht. Wo bleibt da die Solidarität mit all den Mutterkühen, denen kurz nach der Geburt ihre Kälbchen weggenommen werden, die wegen übergroßer Euter unter chronischen Gelenkentzündungen leiden und im Zeitraffer voraltern? Wo die Solidarität mit den Kälbern, die man absichtlich verhungern lässt, weil sie nicht rentabel sind, oder die nach einem kurzen traurigen Leben auf dem Schlachthof landen oder die ein tristes Milchmaschinenleben erwartet wie ihre Mütter? Wo bleibt da die Solidarität mit all den eingesperrten Legehennen oder männlichen Küken, die der Kapitalismus nicht verwerten kann und sie wie Abfall schreddert? Romantische Vorstellungen von „artgerechter“ Tierhaltung helfen da nicht weiter – eingesperrt und beherrscht bleiben die Tiere trotzdem, ob als Nahrung, Unterhaltung oder Versuchskaninchen für den Menschen. Wer gegen seine eigene Unterdrückung kämpft, kann nicht die Unterdrückung anderer leidensfähiger, sozialer Wesen billigend in Kauf nehmen oder gar wollen.