Ein Rätsel (Gedicht)

Ein Rätsel

Wer bin ich?
Ich bin allgegenwärtig.
Ich habe viele Gesichter und bin doch unsichtbar.
Du kannst mich nicht hören oder schmecken.
Du kannst mich fühlen, aber nicht tasten.
Manche meinen, sie könnten mich riechen.

Die Werbung benutzt und missbraucht mich, weil ich so beliebt bin.
Manche wollen mich einschränken, verbieten oder wegsperren.
Sie halten mich für gefährlich. Aber ich bin nicht greifbar.
Es gelingt ihnen nur zeitweilig. Mein Drang ist stärker.
Diktaturen pervertieren mich.
Manche behaupten, sie könnten mich besitzen,
über mich bestimmen und verfügen,
mich verwalten und gewähren,
an andere verteilen – sie lügen.
Ich bin weder käuflich, noch verhandelbar.
Man kann mich nur nehmen, nicht bekommen.
Ich gehöre Dir und allen und niemandem.

Ich bin schon immer da,
der Boden zu Deinen Füßen,
der Himmel weit geöffnet,
Deine Atemluft,
der Gedanke in Deinem Kopf.
Ich bin Dein Urinstinkt,
Dein Wille und Dein Widerstand.

Manche sagen, höre nicht auf mich, sei vernünftig.
Sie wollen unsere Verbindung kappen,
Dich mir entziehen und beherrschen.
Doch unsere Liebe zueinander währet ewiglich.
Sie ist Bedingung für ein glückliches Leben.
Erkennst Du mich?

Die Katze und Ein Abschiedsbrief (Gedicht und Ballade)

Die Katze

Die Katze
trägt keine Maske.
Das verbietet ihr Instinkt.
Ihr Wesen ist wahrhaftig,
ihr Charakter unverstellt.
Die Zunge reinigt das Fell.

Ein Abschiedsbrief¹

Von Geburt an warst Du mein ständiger Begleiter.
Nicht nur meiner, unser aller.
Hast uns erzogen und gelehrt,
was richtig ist, was falsch.
Wir haben Dich tief verinnerlicht.
Geliebt haben wir Dich nie.
Keiner von uns.

Zweifel, die manches Mal aufkamen,
ersticktest Du im Keim.
Mal kamst Du freundlich frohlockend daher,
mal mit strenger Hand.
Auch mit Gewalt,
die Du bedauertest,
war sie doch alternativlos,
diente sie nur unserem Schutz und unser aller Wohl.
Wie ein Schulmeister, der am besten weiß,
was gut ist für seine Kinder.

Die Erkenntnis, dass Du uns unserer Mutter genommen
und uns zu Waisen machtest,
war so schmerzhaft wie heilsam.
Viele von uns sind erwachsen geworden
und Du ein alter Greis,
nicht weise,
sondern knorrig und verdorrt.

Starrsinnig klammerst Du an uns,
vergrämt über Deinen Machtverlust,
erzürnt über unsere Befreiung.
Du brauchst uns, aber wir brauchen Dich nicht,
weil Du uns schadest.
Viele Opfer sind zu beklagen.
Leichen pflastern Deinen Weg.
Their agony is our triumph².

Wir sind nicht mehr die Kinder auf Gehorsam getrimmt.
Unsere Verbildung und Verblödung haben wir überwunden.
Unser letztes Bißchen Menschenverstand konntest Du uns nicht austreiben.

Wir sind nicht mehr die Ehefrauen, die Du betrügst und hintergehst;
unsere Scheidung haben wir längst vollzogen.

Wir sind nicht länger zivilisierte Bittsteller, die Du schikanierst,
oder Soldaten, die Du drillst und kommandierst.
Nicht mehr die Angeklagten in Deinem Theaterstück,
exekutier‘ Dich selbst in Deinem Farce-Gericht.

Vorbei die Zeit Deiner Ausbeuterei und Verramscherei
in der Lohnsklaverei.
In Deiner Welt hat alles einen Preis
und nichts hat einen Wert³.
Bei uns ist es umgekehrt.

Wir sind weder Nutzvieh, das Du schlachtest;
noch Versuchstier, dem Du trachtest
nach dem eledigen Leben in Gefangenschaft.

Wir sind nicht länger die Patienten auf Deiner Pharma-Intensivstation,
die Junkies Deiner Wegwerf-Glitzerwarenwelt
oder die Veräußerlichten in Deinem digitalen Äther.

Nicht das Kanonenfutter, das Du verheizt,
die Ausgebombten, die Du vertreibst,
die Heimatlosen, die Du entfremdest von sich selbst.

Schluss mit dem Zu-Kreuze-Kriechen,
ob in Kirche oder Wahlkabine,
mit Häkchen oder ohne.

Wir sind nicht länger der Volksempfänger für Deine Gehirnwäsche,
die Masse, die Du spaltest,
die Prostituierten, die Du fickst.
Keine Bücklinge mehr in Deiner Hierarchie,
keine Insassen in Deiner Klapse.

Gewesen waren wir die längste Zeit
die Zuschauer in unserem eigenen Leben.
Genesen und geheilt von Deinen kranken Phantasien
gehen wir zurück zu unserer Mutter Erde.

Dein Saftladen kracht zusammen.
An Dir selbst bist Du gescheitert:
an Deinem gierig‘ Größenwahn,
Deiner eitlen Hässlichkeit,
Deiner Einfallslosigkeit.
Deine Trickkiste ist leer:
Angst machen, spalten, herrschen –
ist irgendwann durchschaut.

Deine Krieger werden müde.
Wenn selbst die strengsten Gläubigen
abfallen von Deiner Mär,
die Stirn Dir bieten mit einer Amnestie,
die Hand ihren Schwestern reichend –
zaghaft wenngleich,
Scharia hin oder her,
dann naht Dein Ende bald,
dann ist Zapfenstreich.

Trümmerhaufen und Altlasten
sind Deine Hinterlassenschaften.
So sind wir es gewohnt,
geübt im Aufräumen und Putzen.
Als schlechter Verlierer erweist Du Dich,
schlägst und beißt und trittst um Dich
wie ein verzweifelt‘ ängstlich‘ Tier.
Du weißt, der Kampf ist aussichtslos,
pfeifst aus dem letzten Loch.
Wer überhören will das noch,
wird mit Dir untergehen.

Für’s bedingungslose Aufgeben
fehlt’s Dir an Größe und an Ehre.
Wir werden die Hand nicht halten
an Deinem Sterbebett.
Das hast Du nicht nur nicht verdient –
menschliche Wärme ist Dir fremd.
Ein Monster verlässt den Planeten.
Ach wie gut, dass jede weiß, dass Du Patriarchat heißt.
Hätt’st mal besser über Deine Gefühle gesprochen.

Du kämpfst Dein letztes Gefecht,
wir sind Dein letztes Geleit
in den Abgrund.
Wer anderen eine Grube gräbt,
fällt selbst hinein.

Schluss Ende Aus Vorbei
mit Deiner Terrortyrannei.
Hast uns lang genug gequält.
Auf Nimmerwiederseh’n!
Kein ‚Danke, es war schön‘.
Hinfort mit Dir für immer.
Und nimm‘ Dein ganzes Geld mit,
wir behalten ’s Klopapier.

Anmerkungen:

¹ Ballade vom Patriarchat
² „Ihr Todeskampf ist unser Triumph.“ In Erinnerung an die 1927 hingerichteten italienischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti in den USA.
³ In irgendeinem Buch von Roberto Saviano gelesen über die Mafia.

An die Ahnen (Gedicht)

Triggerwarnung: Das folgende Gedicht enthält Passagen esoterischen Geschwurbels und historischer Andeutungen, die für zart besaitete politisch Korrekte nicht geeignet sind und Pawlowsche Reflexe hervorrufen können.

An die Ahnen (angelehnt an Brechts1 'An die Nachgeborenen') 

Hinzugelernt aus der Geschicht' haben diesmal die Faschisten.
Die Diktatur kommt bunt daher 
im G'wand von Menschenrechten.
Geblieben ist die alte Losung:
Markiert die Guten und die Schlechten.

Statt einer Binde für den Arm, eine Binde für den Mund
in leuchtend Regenbogenfarben.
Ein grüner Punkt für Schüler*innen
ein Farbarmband im Freizeitpark
ein Sticker für den Supermarkt. 

Wer rein darf, steht am Eingang nun,
nicht, wer draußen bleiben muss. 
Die Selektion läuft andersrum
klingt freundlicher, nicht ganz so dumpf.
Gesund - der neue Volksverräter.

Wie ein Geschlecht fühlen ist okay – sich gesund fühlen ist passé.
Test und Impfen machen frei
Lockdown für Ungeimpfte.
Freiheit hat halt ihren Preis. 
Und Jede* gilt das *.

Gemahnt, gewarnt, die Lügen enttarnt.
Es ist alles gesagt von denen
die ihr Hirn nicht ließen waschen 
die sich bewahrten 
ihren Anstand und Instinkt. 
Vergebens – mit der großen trägen Masse
nimmt das Unheil seinen Lauf. 

Nun ist's an Euch, Ihr weisen Ahnen:
Sucht sie heim in ihren Träumen
raubt ihn'n den unverdienten Schlaf!
Wer nicht spurt, der soll nicht essen (sagen sie)
wer nicht wach ist, soll nicht ruh'n. (sagen wir)
Weckt sie auf, die ach so Woken, aus der fake-Solidarität.

Seid der Dorn in ihrem Auge
wenn sie vom Ungeheu'ren 
abwenden ihren Blick.
Seid der Knick in ihrer Optik der neuen Normalität.

Seid ihr Ohrwurm - penetranter
als die Pharma-Propaganda
wenn sie willentlich überhören 
das Hilfgesuch der Kinder.

Seid der Rotz in ihren Nasen
wenn sie nicht wittern wollen Gefahr. 

Seid der Kloß in ihrem Hals
bei ihrem gleichgültigen Schweigen
über diese Tyrannei. 

Seid der Dreck unter den Rändern
wenn sie waschen sich in Unschuld.

Seid der Stein in ihrem Schuh
wenn sie folgen in Gehorsam.

Seid der Stein auf ihrem Herzen
der erst fällt mit ihrer Maske
bis das Bravsein überwunden
und das Nein-Sagen gelernt. 

Seid der Stein in ihrem Magen
das Gift in ihrer Galle, die Laus auf ihrer Leber
wenn sei verdauen wollen all die Schmach
ihrer untätigen Art
zu handeln.

Beschwert sie, seid die Last auf ihren Schultern
die sich unaufrecht wegducken. 
Lasst verbrannte Hexen ins Hohlkreuz jener schießen 
wo kein Rückgrat je vorhanden. 

Seid die Pein im Arsch des Untertans,
der Denunzianten und Blockwarte
mit ihrem vernagelten Gemüt.

Seid die Ratten an ihrem Sack
wo keine Eier baumeln.
Schöne Grüße von Saint Boy2. 

Seid die Luft in ihr'm Gebälk
wenn sie woll'n leise sich entsagen 
ihrer Verantwortung im Argen. 

Seid der Plagegeist im Nacken
der ins Gewissen ihnen beißt
wenn sie vergessen was vergangen.

Seid der Stachel im Sitzfleisch ihrer Bequemlichkeit.
Seid die Wanze und die Krätze
in ihrem dicken Fell der Feigheit. 

Bis sie wach sind A L L E und verweigern den Befehl.
Dann kann endlich der Mensch dem Menschen ein Helfer sein.
Und gedacht wird Eurer
mit Dankbarkeit. 


Anmerkungen:
1Bertolt Brecht war nicht gerade ein radikalfeministischer Anarchist, schrieb aber bisweilen ganz gute Gedichte. 
2Saint Boy ist (war?) ein kastriertes Springpferd, das bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio trotz Malträtierungen durch Reiterinnen und Trainerin den Parcours verweigerte. 

Drei Affen, 5G und ein A (Gedicht)

Drei Affen, 5G und ein A

Drei Affen und 5G
nichts hören nichts sehen nichts sagen
gehorsam getestet gespritzt und getrackt – gefangen
auf narkolepsiert folgt genmanipuliert folgt transhumiert
Cont er ga‘ nichts für.
Oder doch?

Sich fügen heißt lügen
Affen schwingen durch die Lüfte, lausen und liebkosen
tausch‘ 5G für ein gekreistes A
Anarchie statt Plandemie

kein Gott kein Herr kein Staat
das Göttliche in dir
über dich herrschst du
l’état n’est plus, perdu, c’est toi

Frieden Freiheit keine Diktatur
so leicht wie Sonntagmorgen.
Worauf wartest du?

Ein Abgesang (Gedicht)

Ein Abgesang

Maske, Abstand, Test und Spritze
sind solidarisch, sagt die Linke
Seit‘ an Seit‘ mit der Regierung
Ist die Linke nun die Rechte?

Pharmamafia böse – Schwurbel
Politik korrupt – ein Leugner
Frieden, Freiheit – ein Nazi nun
Presse gleicht eher Propaganda
fügt der Aluhut hinzu.

Singen, tanzen, fröhlich sein
alles völlig überschätzt.
Lachen, kuscheln, gesellig sein
ja wo kämen wir denn dahin?
Jeder stirbt für sich allein
Kinderseelen und die Alten
und die Menschlichkeit dazu.

Krieg ist Frieden, sagte Orwell
1984
2020 war’s soweit:
ein Lügner nun, wer Wahrheit spricht
und die Linken mit dabei.

Systemausstieg statt Great Reset
ruft nun die bürgerliche Mitte
Immunsystem statt GMO*
keine Forderung mehr der Linke.
Selbstgefälligkeitsverblendet
zieht Geschichte an ihr vorbei.

*GMO = genetisch manipulierter Organismus

TOD (Gedicht)

TOD

Drei Buchstaben nur
werden auch Dein Schicksal sein
denn nur das Lebendige kann vergehen
Drei Buchstaben nur
sie können Dir nichts
sind sie doch ein Versprechen und Trost


Der Schmerz, er trifft nur die, die sind
denn die Ewigkeit ist kein Segen
sie ist des Wahnsinns letzter Fluch
ein unentrinnbares Verließ aus kalten Mauern


Das Sterben, das ist Deins
geschieht es in Angst und Pein
oder als willkommener letzter Gruß?

„TOD (Gedicht)“ weiterlesen

Mein Körper gehört mir (Gedicht)

Mein Körper gehört mir
mein Bauch
mein Herz
mein Verstand
mein Immunsystem
mein alles
von Kopf bis Fuß
er ist nicht auf dieser Welt für Dich
nicht für
Pharma, Data oder Herren dieser Länder

Mein Körper ist nicht rein Geistes Werk,
gar eine bloße Hülle nur, geformt nach meinem Bilde
Mein Geist ist meines Körpers Flamme wie die
Flamme der Kerzen Wachs und Docht
entfacht nicht von mir allein

Ich bin aus Sternenstaub
frei geboren, frei zu atmen
und zu gehen, wohin meine Füße mich tragen

Ich bin ein Erdenkind
beschenkt mit dem Lebenshauch
erschaffen und geboren durch den Leib
meiner ersten, meiner großen Liebe

Doch soll ich eine Nummer sein, eine Mängelware

Mein Körper wird gewogen, gemessen, begutachtet,
bewertet, gescannt, beobachtet, behindert, isoliert,
verwertet, registriert, bestraft, verstümmelt, verfolgt,
optimiert, dressiert, aussortiert

Aber ich bin das Leben, sei Du nicht der Tod,
gefangen in Angst und Pein
Ich will nicht Deine geheuchelte Verantwortung statt
hemmungsloser Lebenslust

Und tut mein Bauch vor Lachen weh
brennen meine Lippen von wilden Küssen
müden meine Glieder vom Tanzen schwer
so soll es sein, so ist es wunderbar

In der Umarmung von Dir und Dir wird mein
Kummer kleiner und meine Freude größer

Ich soll mich verbannen hinter Mauern
aus Stoff und Stein
Nein!

Die Sonne und Dein Lächeln
sollen bescheinen mein Antlitz
über Haut und Haar soll streichen der Wind
der Regen soll nässen mein Haupt
meine Hand soll spüren das Gras

Mein Körper gehört mir
keiner Religion, die ihn verachtet,
keinem Patriarchat, das ihn erniedrigt,
keinem Staat, der ihn knechtet,
keinem Kapital, das ihn schröpft

und wenn mein Körper stirbt, heute oder im
fernen Morgen
dann war da vorher Leben, dann war da Ich
mit allen Sinnen