Deutsches Krebsforschungszentrum: humanistische Einrichtung oder transhumanistische Biowaffenschmiede?

Aluthutmäßiges Verschwörungsgeschwurbel oder handfeste Indizienlage?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) wird 2021 57 Jahre alt. Zeit für eine Bestandsaufnahme. Gegründet wurde die mittlerweile 319 Millionen Euro schwere staatliche Stiftung im Jahre 1964 vom Arzt Karl Heinrich Bauer und dem Juristen Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Dass es sich dabei um ein Nazi-Duo handelte, lässt das DKFZ in seiner Jubiläumsrückschau unerwähnt. So schrieb Karl Heinrich Bauer Bücher über Rassenhygiene und „Die Praxis von Sterilisierungs-Operationen“, war Beirat der Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung, die bis 1965 bestand, sowie beteiligt an der später so genannten „Aktion Brandt“, also der gezielten Tötung Kranker in Heil- und Pflegeanstalten im Dritten Reich. Kurt Georg Kiesinger, ebenfalls NS-Systemler, sorgte später als Kanzler einer Großen Koalition dafür, dass ähnlich geartete Nazi-Verbrechen verjährten und führte 1968 Notstandsgesetze ein. Einige Jahre später wird Otto Westphal, ehemaliges NSDAP- und SS-Mitglied und Mitbegründer der Gesellschaft für Immunologie, wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ werden. Genauere Informationen über z.B. die personelle Ausstattung in der Zeitspanne 1964 bis 1999 lassen sich beim DKFZ nicht in Erfahrung bringen, die Daten sind nicht (mehr?) abrufbar. (1-9)

Auf der anderen Seite des Atlantiks rief Präsident Richard Nixon 1971 den „war on cancer“ aus. (Ähnlichkeiten zu Macrons „Nous sommes en guerre“ und Merkels „größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“ im Corona-Jahr 2020 dürften rein zufälliger Natur sein.) „Im Oktober des gleichen Jahres wurde im Rahmen seiner Initiative das Army’s Fort Detrick in Maryland, bis dahin eine Einrichtung zur Forschung zu Biowaffen, unter dem Namen Frederick Cancer Research and Development Center in ein Krebsforschungszentrum umgewandelt.“ Weiter heißt es bei wikipedia: „Das NCI [National Cancer Institute] erhielt durch dieses Gesetz eine Sonderstellung und weitreichende finanzielle Autonomie innerhalb der National Institutes of Health (NIH). Die Gesamtausgaben für die Krebsforschung in den USA seit Nixons Erklärung werden auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2003 wurde das Ziel, eine Heilung für die Erkrankung Krebs zu finden, als „NCI Challenge Goal 2015“ erneuert.“ Redliche Gesundheitsforschung im Dienste der Menschheit oder ein Fall von „Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix“? Denn am 16. Dezember 1971 wurde die Biowaffenkonvention zum Verbot eben jener von der UN-Vollversammlung völkerrechtlich ratifiziert und am 23. Dezember unterschrieb Richard Nixon den National Cancer Act. (10-11)

Was hat die Krebsforschung hüben wie drüben in all den Jahrzehnten zustande gebracht? Ein generelles Heilmittel gegen Krebs jedenfalls nicht. Auch nicht die Ergründung einer Kausalkette, wieso weshalb warum Krebs genau wann und wo entsteht, so dass Menschen sich dagegen wappnen könnten. Warum bekommt der eine (Nicht-)Raucher Krebs, der andere nicht? Das wird dann immer mit vielschichtigen Einflussfaktoren erklärt. Die Krebszahlen sind allerdings seit der intensivierten Forschung sogar angestiegen. Oder gerade deswegen? Wo getestet/gescreent wird, da ein Fall, wo nicht getestet/gescreent wird, da kein Fall? So wie bei Corona? In der Jubiläumschronik des DKFZ, die die bisherigen Meilensteine des Institutes bilanziert, finden sich jede Menge Anglizismen wie Comprehensive Cancer Center, Corporate Design oder Life-Science-Lab; eine Strahlenblende; eine Ausbreitung in den Technologiepark; zwei neue Abteilungen für Tumorvirologie und Bioinformatik (= Genomforschung); ein 7-Tesla-Magnetresonanztomograph, der „ausschließlich für onkologische Fragestellungen genutzt wird“ (wenn das so sehr betont wird, muss es ja stimmen); eine Allianz mit Bayer und ein Besuch der thailändischen Prinzessin. Apropros Thailand: Die WHO führt ein – nicht sehr nutzerfreundliches und nicht besonders leicht auffindbares – Register über internationale Krebsmortalitäten. Deutschland mit dem angeblich weltbesten Gesundheitssystem schneidet relativ schlecht ab, sogar schlechter als die USA! Thailand hingegen sowie etliche lateinamerikanische Länder bilden die Gruppe der Besten. Unter den Ländern mit vergleichbaren Gesundheitsstandards wie Deutschland sind Schweden und Israel führend. Ob die thailändische Prinzessin gekommen war, um den Deutschen mal zu zeigen, wie man’s richtig macht mit der Krebsheilung? – Aber dann sind da ja in der DKFZ-Historie auch noch zwei Nobelpreise (- böse Zungen wie die des Investigativjournalisten James Corbett behaupten ja, der Nobel steckte unter einer Decke mit Königshäusern und reichen Oligarchen, die die Weltherrschaft für sich beanspruchen -): einer für eine Impfung gegen humane Papillomaviren, die angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösen (wie war das noch mit Bauer und den Sterilisationen?) – auch hier behaupten böse Zungen wie die des Biologen Stefan Lanka oder der Autoren von „Virus-Wahn“ Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein, das mit den Viren sei alles nicht so ganz seriös…-; der andere Nobelpreis für irgendwas mit Fluoreszenz und Mikroskop. Ein Blick auf die Forschungsschwerpunkte deutet eher auf Gattaca hin als auf menschliche Heilkunde: viel Technologisches, Molekularbiologisches, Genetisches, Virologisches, Radiologisches… Die Abteilung für Prävention ist die kleinste von allen. Eine Alibi-Abteilung? Eine Forschungseinheit für die Erkundung von Spontanheilungen – Fehlanzeige. Erforschung von Waldspaziergängen und Krebsheilung – Fehlanzeige. Wirkung von Musik und Kunst auf Krebskranke – Fehlanzeige. (2, 12-15)

Mal ganz ehrlich: Geht’s da überhaupt noch ums „Forschen für ein Leben ohne Krebs“? Ging’s überhaupt jemals darum? Welche Daseinsberechtigung hat ein Forschungsinstitut noch, das zwar personell und räumlich immer weiter expandierte, aber dem Anstieg von Krebszahlen nach mehreren Jahrzehnten bislang nichts Bahnbrechendes entgegen zu setzen hatte? – im Gegenteil. Und ist nicht die Krebsbehandlung in den Kliniken eine der teuersten? Wer profitiert am Ende davon? „Früherkennung rettet Leben“ genauso wie Maskentragen, Abstand halten und unsinnige Stäbchen-Tests machen? Wirklich? Vielleicht hilft hier erneut ein Blick aufs DKFZ-Organigramm und in die Satzung. Die Hierarchie-Spitze bildet das Kuratorium. Es besteht aus derzeit dreizehn Mitgliedern, darunter Roche Diagnostics und die Felix-Burda-Stiftung sowie der Vorstand und seine Stellvertreterin aus dem wissenschaftlichen Komitee. Letzteres „bereitet die Entscheidungen des Kuratoriums in allen wesentlichen wissenschaftlichen Angelegenheiten vor.“ Klingt nach maßgeblicher Entscheidungskompetenz. Chef dieses wissenschaftliche Komitees ist Raymond DuBois. Er arbeitet an der medizinischen Universität von South Carolina, dürfte also US-Amerikaner sein. Neben ihm im Komitee neun weitere ausländische Wissenschaftler und gerade mal ein Deutscher von der Uni Regensburg. Die ausländischen Komitee-Mitglieder arbeiten teils an königlichen Einrichtungen (mit denen ja angeblich der Nobel unter einer Decke steckte) oder an privaten/privat geförderten Unis: z.B. Ewan Birney vom europäischen Bioinformatik-Institut (EMBL-EBI) in Cambridge auf dem Wellcome [Trust] Genome Campus. Sein Kollege Rolf Apweiler berät übrigens die Bundesregierung in der Corona-Krise, macht Werbung für APPs und fürs Impfen. Oder Mary Gospodarowicz vom Princess Margaret (Schwester von Elisabeth II.) Cancer Centre. Mit dabei ist auch das niederländische Krebsinstitut unter der Schirmherrschaft von Königin Beatrix und das dänische. Gefolgt von Professor Eli Pikarsky vom Lautenbergischen Krebsforschungsinstitut in Jerusalem, das sich auf seiner Homepage als führend in der mRNA-Impf-Technologie rühmt. Sowie last but not least das Memorial Sloan Kettering Cancer Centre. Es ist eine Gründung der gleichnamigen ehemaligen General Motors-Manager, heute gehört es zur privaten Cornell-Uni in New York, die gegründet wurde von Ezra Cornell (Western Union Company) und aus der zahlreiche Nobelpreisträger hervorgingen, heute u.a. verwaltet von Andrew Cuomo. Fazit: Ausländische und private Einrichtungen bestimmen maßgeblich, was mit deutschen Steuergeldern erforscht wird. (16-27)

Und dann war da ja noch der Fall Dr. Ryke Geerd Hamer: Er hatte das Pech, dass ein Adliger seinen Sohn Dirk erschoss – kann ja mal vorkommen – und er daraufhin schwer an Krebs erkrankte, genauso wie auch seine Frau und der Vater des Mörders. Er glaubte hierbei nicht an Zufälle, sondern begann zu forschen und will Gesetzmäßigkeiten bei Krebs und krebsähnlichen Erkrankungen festgestellt haben, nämlich dass der Auslöser immer ein psychischer Konflikt sei, der im Gehirn eine Art Kurzschluss auslöse. Das lasse sich auf CT-Bildern in Form einer Art Schießscheibe erkennen. Parallel dazu gebe es eine Veränderung an einem Organ/in einem Gewebe, je nach dem, wo im Gehirn dieser Kurzschluss eingeschlagen habe. Zwischen der Art des Konflikts, der Lokalität im Hirn und der Veränderung am Organ gebe es entwicklungsgeschichtliche Gesetzmäßigkeiten und parallele Verläufe. Werde der Konflikt gelöst, verschwinde auch die Auffälligkeit im Gehirn-CT und bilde sich auch die Veränderung am Organ zurück. Mikroben würden diesen Rück- bzw. Umbau übernehmen, seien also keine Feinde. Genauso wie Krankheiten nichts Bedrohliches und Böses seien, sondern sinnvolle biologische Sonderprogramme, z.B. zur Stärkung eines Organs. Die Schul- bzw. Staatsmedizin, wie er sie nannte, sei ein Katalog voller unbewiesener Hypothesen und Dogmen, einem alttestamentarischen Katechismus gleich. Festzuhalten ist, dass seine Habilitation von 1981 in Deutschland nie offiziell begutachtet wurde. Warum? Erst 1998 überprüfte die slowakische Universität Trnava seine Entdeckungen und befand sie mit hoher Wahrscheinlichkeit für richtig. Geändert hat sich aber nichts. Seine Erkenntnisse werden bis heute totgeschwiegen. Er wurde hingegen, obwohl seine Entdeckungen niemals offiziell als falsch entkräftet wurden, als Scharlatan verleumdet, für verrückt erklärt, erhielt Berufsverbot, landete im Gefängnis, musste Deutschland verlassen. Wenn er ein Spinner gewesen wäre, warum dann all die Mühe? Wenn er den Menschen nichts Gutes hätte tun können, wäre er sowieso in der Versenkung verschwunden, wer hätte ihn dann noch aufgesucht. Aber hatte er am Ende vielleicht doch Recht? Die slowakische Uni sagte ja, auch ein österreichischer Amtsarzt. Welche Folgen hätten die von ihm entdeckten Naturgesetze auf die gesamte Medizin, den Gesundheitsapparat, die Halbgötter in weiß, die Forschung und Lehre, die Verlage, die Pharma- und Apparate-Branche, das menschliche Miteinander, die Politik, das ganze Leben (gehabt)? Das Krebsforschungszentrum gebe es dann jedenfalls nicht mehr, zumindest nicht in dieser aufgeblähten, technisierten Science-fiction-Version und all den Versuchstieren. Sollte hier nicht sein, was nicht sein darf? Und welche Folgen hatte diese Erkenntnisunterdrückung bis zum heutigen Tag? Bis heute werden Krebspatienten mit Diagnosen und Prognosen geschockt, bekommen aggressive Zytostatika und Bestrahlung. Gibt’s dafür überhaupt eine Evidenzbasis? Hamer warf seinen Gegnern Massenmord vor, Kritiker ihm Antisemitismus. (28-29)

Karl Heinrich Bauer erkrankte übrigens selber an Darmkrebs, verstarb später an Prostatakrebs. Lag ihm am Ende etwas schwer auf seinem Gemüt?

Quellen:

  1. https://www.dkfz.de/de/dkfz/quick-facts.html
  2. https://www.dkfz.de/timeline/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinrich_Bauer
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Brandt
  5. https://katalog.ub.uni-leipzig.de/Record/0-272649767
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Georg_Kiesinger
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Westphal_(Chemiker)
  8. https://www.dkfz.de/de/dkfz/geschichte.html
  9. https://books.google.de/books?id=uwqhBgAAQBAJ&pg=PA198&lpg=PA198&dq=otto+westphal+dkfz&source=bl&ots=jSoa2P6LcN&sig=ACfU3U1IYnPpim0Isj9BxSh_SG69IhaiuA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj22Pnp163xAhVPmqQKHeeRBcUQ6AEwDnoECBUQAw#v=onepage&q=nachfolger%20bauer%20dkfz&f=false
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/War_on_Cancer
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Biowaffenkonvention
  12. https://www.krebsdaten.de/Krebs/SharedDocs/Downloads/Krebspraevalenz.pdf?__blob=publicationFile
  13. https://www-dep.iarc.fr/WHOdb/WHOdb.htm
  14. https://www.corbettreport.com/?s=how+big+oil+conquered
  15. http://wissenschafftplus.de/blog/de
  16. https://www.dkfz.de/de/dkfz/download/organigramm_deutsch.pdf
  17. https://www.dkfz.de/de/dkfz/download/Satzung.pdf
  18. https://education.musc.edu/MUSCApps/facultydirectory/DuBois-Raymond
  19. https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=embl+ebi
  20. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/bioinformatiker-vermisst-konzept-in-der-corona-krise-mer-digitalisierung-schnelltests-impfen
  21. https://www.nki.nl/about-us/organization/
  22. https://lautenbergcenter.org/people/faculty/prof-eli-pikarsky-lab/
  23. https://lautenbergcenter.org/
  24. https://de.wikipedia.org/wiki/Memorial_Sloan_Kettering_Cancer_Center
  25. https://de.wikipedia.org/wiki/Cornell_University
  26. https://en.wikipedia.org/wiki/Ezra_Cornell
  27. https://trustees.cornell.edu/members/
  28. https://germanische-heilkunde-dr-hamer.com/
  29. https://www.youtube.com/watch?v=6f1_rf-eLMM

Vor 80 Jahren – Überfall auf die Sowetunion

Wir griffen an… Unsere Kameraden fielen. Wir rückten in ein belorussisches Dorf ein… Ich erinnere mich daran wie heute… Am Waldrand lagen ermordete junge Partisanen, sie wurden so grauenvoll ermordet, mit so unmenschlichen Methoden, daß ich keine Worte dafür finde. Ich kann es nicht beschreiben. Sie wurden mit Stroh in Brand gesetzt… mit Messern gevierteilt… mit Mistgabeln niedergestochen… Neben ihnen aber weideten Pferde. Ich dachte: Wie konnten Menschen vor Pferden derartiges fertigbringen? Vor Tieren. Sie haben doch alles gesehen. Und ringsum ist es so schön. Da liegen diese Jungs, so jung.“

Als wir Gefangene machten, brachten wir sie in die Abteilung. Sie wurden nicht erschossen, das wäre ein zu leichter Tod gewesen, sie wurden abgestochen wie Schweine, mit Ladestöcken und in Stücke gehauen. Ich bin hingegangen, mir das ansehen. Mich daran zu ergötzen! Hab gewartet, lange auf den Moment gewartet, wenn ihnen die Augen vor Schmerz bersten. Die Pupillen. Sie grauen sich, das anzuhören? Es ist grauenhaft? Wenn man vor ihren Augen aber mitten im Dorf ein großes Feuer entzündet und ihre Mutter da hinein geworfen hätte? Ihre Schwester? Die geliebte Lehrerin? Was wissen Sie denn davon?!“

Nach dem Krieg konnte ich zwanzig Jahre lang nicht in Fleischgeschäfte gehen, vor allem im Sommer. Ich konnte den Anblick geschnittenen Fleischs nicht ertragen, besonders von Hühnern. Weißen Fleischs. Es erinnerte mich an Menschenfleisch. Einmal machten wir Urlaub am Meer, fünf Jahre waren seit Kriegsende vergangen. Die Möwen kreischten, ich aber dachte, es schreien Verwundete…“

Wie uns die Heimat empfangen hat? Daran kann ich nicht denken, ohne zu weinen. Man hat uns ins Gesicht geschrien: ‚Was habt ihr da getan? Habt mit unseren Männern gelebt.‘ Ich hatte einen Freund, hab ihn aus dem Feuer herausgeschleppt. Gerettet. Wir lebten ein Jahr zusammen, dann ging er zu einer anderen Frau: ‚Sie riecht nach Parfüm, du aber nach Fußlappen und Stiefeln.‘ …“

(Zitate von Rotarmistinnen, in: Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion, um in einem Vernichtungskrieg den „jüdischen Bolschewismus“ auszumerzen und die als Untermenschen betrachteten Slawen zu vertreiben, zu versklaven und zu ermorden, damit Lebensraum für die „arische Herrenrasse“ gewonnen werden konnte. Am Ende kostete der von Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg geschätzt mindestens 55 Millionen Menschen das Leben, allein in der Sowjetunion gab es mehr als 26 Millionen Tote – zwei Drittel davon Zivilisten. Besonders schlimm wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen behandelt. Mehr als die Hälfte von den 5,7 Millionen Gefangenen starben in deutscher Gefangenschaft durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Hunger, Krankheit und Kälte. Das war gewollt. Von den westalliierten Gefangenen starben 3,5 Prozent. Die Verachtung gegenüber den Sowjetsoldaten zeigte sich auch darin, dass „in Auschwitz die ersten Vergasungen mit Zyklon B an 600 sowjetischen Kriegsgefangenen durchgeführt (wurden)“ (https://kontakte-kontakty.de/sowjetische-kriegsgefangene/).

Mehr als achthundertausend sowjetische Frauen, häufig noch sehr jung, waren im Dienst der Roten Armee, ein Teil davon auch an der Front. Sie waren Schützinnen, Pilotinnen, Aufklärerinnen, Ärztinnen, Sanitäterinnen, Funkerinnen, Wäscherinnen, Köchinnen usw. Auf deutscher Seite dominierte das Angst- und Feindbild vom „Flintenweib“, das besonders grausam und widernatürlich sei und das wie der „jüdische Kommissar“ zur Legitimierung des eigenen Vorgehens in der Sowjetunion diente. Gegen die Frauen an der Waffe, also auch gegen die Partisaninnen, sollte erbarmungslos vorgegangen werden, Gefangene sollten erst gar nicht gemacht werden. Den Rotarmistinnen wurde ihr militärischer Status nicht anerkannt. In Gefangenschaft wurden sie exekutiert, kamen in ein Konzentrationslager oder sollten als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt werden (Mascha, Nina, Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941 – 1945, Ausstellungskatalog, 2002)

Was hat die Bundesrepublik Deutschland aus der Geschichte, aus dem Leid, das den Menschen durch den deutschen Staat angetan wurde, gelernt? Dazu kurz ein paar Schlaglichter:

Aus Angst vor den Russen wollte Bundeskanzler Adenauer eine Wiederbewaffnung von deutschen Soldaten als Teil einer Europa-Armee und so debattierte der Bundestag 1950 einen ganzen Tag lang, obwohl eine große Mehrheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung dagegen war. 1952 stimmte der Bundestag zu, doch zu einer Europa-Armee kam es nicht. 1955 wurde die BRD in die Nato aufgenommen und durfte nun eine eigene Armee haben. Aus Personalmangel wurde auf Wehrmachtsoffiziere zurückgegriffen. „Um 1960 standen mehr als 12.000 Offiziere aus der Wehrmacht und 300 SS-Offiziere im Dienst der Bundeswehr.“ (https://www.dw.com/de/umstrittener-start-f%C3%BCr-die-bundeswehr/a-18830698 )

Bereits 1956 wollte Bundeskanzler Adenauer, dass die BRD Atommacht wird. Den geheimen Gesprächen mit Frankreich und Italien über die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Atomwaffen folgte schließlich am 8. April 1958 ein Rüstungsabkommen, was dann aber von De Gaulle, als er an die Macht kam, abgelehnt wurde. Es blieb Adenauer aber die von ihm gleichzeitig ausgehandelte „atomare Teilhabe“ der Bundeswehr an den zu stationierenden US-Atomsprengköpfen (https://www.spiegel.de/geschichte/deutsche-aufruestung-a-947286.html).

Am 16. Oktober 1998 billigte der Bundestag den Kriegseinsatz gegen Jugoslawien mit 500 von 580 Stimmen und damit den ersten Angriffskrieg Deutschlands nach Nazi-Deutschland. Die deutschen Leitmedien legitimierten den Einsatz und schwächten den Protest mit Falschmeldungen. Wie so viele Kriege beginnt auch dieser mit einer Lüge (siehe WDR-Doku: https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU ). Der Krieg wird im Namen der Menschenrechte geführt und weil eine humanitäre Katastrophe zu verhindern sei. Noch unmittelbar vor dem Angriff hatte der französische Präsident Chirac große Vorbehalte, er verlor aber den Machtkampf gegen die BRD und die USA (https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7895/). Die chirurgisch präzisen Luftschläge erwiesen sich als Illusion und die Nato erfand den Begriff Kollateralschaden. Vom 24.03. bis 10.06.1999 wurden durch das Kriegsbündnis Nato ohne UN-Mandat Schulen, Krankenhäuser, Fernsehsender, Straßen, Brücken, Wasserwerke, Chemiewerke attackiert und Urangeschosse eingesetzt, 2500 Menschen wurden getötet. Außenminister Fischer legitimierte den Krieg am 13. Mai 1999 auf dem Grünen Sonderparteitag mit: „Ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus.“ Mit 444 zu 318 Stimmen erhielt er die Zustimmung der Grünen für die Bombardierung und somit war auch die rot-grüne Koalition gesichert (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-das-schwere-ringen-um-den-kosovo-kompromiss-a-22166.html). Nicht zu vergessen ist dabei, dass im Zweiten Weltkrieg die Wehrmacht in Serbien Massaker an der Zivilbevölkerung verübt hat.

Bundeswehreinsätze im Ausland sind seitdem Normalität geworden, in Europa, Asien, Afrika und im Mittelmeer (siehe: https://www.bundeswehr.de/de/einsaetze-bundeswehr). Die Bundeswehr beteiligt sich auch im Rahmen des aggressiven Kriegsbündnisses Nato am jährlichen US-Großmanöver Defender Europe. Insgesamt 21 Nato-Mitglieder und 5 weitere Länder wirkten dieses Jahr mit. Erprobt wurde die Verlegung von Truppen und Material, wobei der Schwerpunkt auf Südosteuropa bzw. der Schwarzmeerregion lag. Im letzten Jahr, mit Defender Europe 2020, lag die Schwerpunktregion im Baltikum bzw. der Ostseeregion, die Schwerpunkte sollen sich jährlich abwechseln. Deutschland fungiert als Drehscheibe. Das Manöver dient dazu, sich auf einen möglichen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Immer stärker wird in der Politik und in den Leitmedien gehetzt und ein Feindbild aufgebaut, ein Beispiel ist das heute journal vom 16.06.21 (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/maas-froh-dass-treffen-stattgefunden-hat-100.html). Die BRD will nicht nur eine wirtschaftliche Großmacht sein, sondern auch militärisch, was sie mehr Verantwortung übernehmen nennt. Doch es geht um Wirtschaftsinteressen, um Macht und Profit, um die Sicherung von Ressourcen, Handelswegen und Märkte. „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, sagte 2004 der Verteidigungsminister Struck. Sie will endlich wieder eine ganz normale Großmacht sein.

Warum sollte ein Mensch auf Befehl einen Fremden töten? Zu Ruhm und Ehren des Vaterlandes? Weil der Fremde das Böse ist? Weil sonst die Obrigkeit einen straft?

Militarismus, Nationalismus, Patriotismus sind ein Übel, das gut für den Staat, aber schlecht für die Menschheit ist. Eine Identifikation mit dem „eigenen“ Staat dient den herrschenden Interessen und seinen Verbrechen, denn der Staat entstand, damit die Mächtigen und die Helferlein die Massen steuern, kontrollieren, indoktrinieren, sanktionieren, manipulieren und bevormunden können. Die Herrschenden hetzen die von ihnen Beherrschten und Ausgebeuteten aufeinander, in der Schlacht und auch zu Hause. Solange die Menschen das mitmachen, bleiben sie unfrei.

Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 5-10

Teil 5 – In der Obst- und Gemüseabteilung

Sie steht in der Obst- und Gemüseabteilung und nicht weit von ihr entfernt, ist ein junges Paar, beide mit FFP2-Maskengesicht. Sie beobachtet, denn sie schaut Menschen tatsächlich noch an, auch wenn diese keine Notiz von ihr nehmen, als sei sie unsichtbar oder als würden die Menschen denken, selbst unsichtbar zu sein. Sie reagieren, sie merken einfach nicht mehr, als hätten sie zusätzlich noch Scheuklappen aufgesetzt, dabei steht sie doch in direkter Linie frontal zu ihnen, drei Meter entfernt.

Der Mann wiegt Äpfel, die er in einer dieser kleinen Plastikbeutel gesteckt hat. Plastik, das die ganze Welt verseucht, die Meere, das Grundwasser, den Boden und auch in Körpern zu finden ist. Äpfel von ausgebeuteten Saisonarbeiterinnen gepflückt, viele aus fernen Ländern, obwohl genug in der Nähe wachsen. Ein Apfel kullert ihm von der Waage runter auf den Boden. Er hebt ihn auf und wirkt unschlüssig. Mit Tüte und den Apfel in der Hand geht er zu der beim Einkaufswagen stehenden Frau und redet kurz mit ihr. Dann legt er den einen Apfel zurück auf den Obststand und packt einen anderen in die Tüte.

So ist das halt an der Hygienefront, wo die guten Menschen ihre Grenzen erreichen. Die Menschen, die aus vorgeschobener Solidarität für die Schwachen und Ängstlichen ihren eigenen Atemstrom behindern und andere für unverantwortliche Egoistinnen oder gar Mörderinnen halten, wenn diese dem psychotischen Treiben nicht folgen. All die Ja-Sager und die bitte, bitte Härter-Sager. Ja zur Maske, zur Erkennung der Gehorsamen, der Eiferer und zur Dämpfung der eigenen Todesangst, ja zum Lockdown mit all den Folgeopfern, ja zum PCR-Test, der keine Krankheit oder Infektion feststellen kann, ja zu einer neuartigen genbasierten „Impfung“ mit Nebenwirkungen und Pharmamegaprofit, ja zur totalen Überwachung und der Vergrößerung der Datenressourcen, denn nicht das Geringste darf verborgen oder unverwertet bleiben, ja zur Vernichtung des Menschseins, auf dass wir alsbald unseren Göttern, den Maschinen, gleichen, mit ihnen verschmelzen und somit selbst göttlich unsterblich werden und ja zu den Milliarden Menschen, die auf diesem Weg „überflüssig“ werden.

Aber einen Apfel mit Bodenkontakt essen, da hört der Heldenmut auf. Der eine Apfel ist nicht gut genug für den Gutmenschen. Den vergifteten Apfel soll doch das blöde Schneewittchen futtern.

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Geschichten aus dem Patriarchat zu Corona-Zeiten, Teil 1

Teil 1 – In der Bäckerei

Sonntagmorgen, Corona-Zeitalter, lange Schlange vor dem Bäcker bis über die quer einmündende Seitenstraße hinaus. Eine Radfahrerin nähert sich in gemählichem Tempo, klingelt, möchte durch zur Kreuzung. Die Menschen machen Platz, bis auf ein Vater-Sohn-Pärchen: Vaddern weicht jovial einen kleinen Schritt nach hinten aus, der Lütsche etwas überfordert mit der Situation springt erst nach hinten, dann nach vorne. Die Radfahrerin passiert ihn dennoch, verliert kein böses Wort, fährt einfach ruhig weiter. So weit, so unspektakulär. Doch so manch sensible Machoseele kann solch ein nichtiger Vorgang aus der Bahn werfen. Monsieur fühlte sich bemüßigt, der Dame noch belehrende, unschöne Sachen hinterherzurufen: Warum sie nicht bremsen und absteigen würde für SEIN Kind? Sich dabei umschauend und bestätigenden Blickkontakt zu anderen suchend. Dass er so etwas ihrem Kind wünsche. Dass er das nächste Mal, wenn er mit dem Auto führe, für ihr Kind auch nicht bremsen würde. (Es gibt ja auch gar keinen Unterschied zwischen einer gemählich tuckernden Radfahrerin und einem tonnenschweren Auto…) Ja, ja der treusorgende Vater – so treusorgend, dass er es nicht hinbekommt, seinem verunsicherten Sohn, der mitten auf der Fahrbahn steht, im richtigen Moment die richtigen Verhaltensanweisungen zu geben. Andere müssen aufpassen und ausweichen, er natürlich nicht.

Die Frau hinter dem Wüterich in der Schlange versuchte, zu beschwichtigen: Die Radfahrerin habe ja schließlich rechtzeitig geklingelt, wir würden ja mit der Schlange die Straße blockieren und außerdem sei dem Kind ja gar nichts passiert, ob er nicht vielleicht ein bißchen übertreibe… Ihr bzw. vielmehr ihrem Kind wurde daraufhin dasselbige gewünscht wie dem Kind der Radfahrerin. Dass sie gar keines hat – ist vielleicht auch besser so im Patriarchat -, braucht er nicht zu wissen. (Reiner Zufall, dass sie just in diesem Moment an „Familiendramen“ und „erweiterte Suizide“ denken musste? Wenn du’s einer Frau richtig heimzahlen willst, üb‘ Rache an den Kindern?) Die gekränkte Machoseele brodelte weiter: In der Bäckerei angekommen – natürlich brav den Mundschutz aufgesetzt und dem Kind gleich mit -, echauffierte er sich zusammen mit dem Kunden vor ihm – der draußen vor der Tür schön die Schnauze gehalten hatte – weiter über diese aufmüpfigen Weiber und dass deren Kinder doch mal angefahren werden sollten… Von den Bäckereiangestellten kein Wort – sind eben (männliche) Kunden, da mischt man sich nicht ein. Die Frau aus der Schlange, die bislang besonnen und ruhig reagiert hatte, bekam das selbstverständlich mit und wurde nun, da sie ebenfalls an der Reihe war und eintreten durfte, lauter: Ob sie ihn richtig verstünde, dass er ihr Kind in Sippenhaft nehmen wolle, wenn er sie doof fände? Keine Antwort. Aber da war doch was: Die Frau trägt keinen Mundschutz! Wenn einem die Argumente ausgehen, dann weist man eben in Corona-Zeiten auf die Maskenpflicht hin: „Setzen Sie die Maske auf“ klingt freundlicher als „Halt deine Schnauze!“. Da hat man doch als kleiner Wicht gleich die ganze Staatsmacht hinter sich und kommt sich richtig geil vor. Ich finde diese Masken zwar selber total nervig, aber egal. Macho und Bäckereifachverkäuferinnen sind sich einig: Laute Frauen stören das Ego bzw. das Geschäft. Das Patriarchat wie’s leibt und lebt. Eine beleidigte Macho-Leberwurst buckelt vor dem Obrigkeitsstaat und tritt nach unten auf Frauen und Kinder. Und hörige Frauen machen dabei mit. Wovor muss man sich hier eigentlich schützen?

Paranoide Schizophrenie – der patriarchale Wahnsinn

Ein Nachruf auf meinen Vetter und eine Gesellschaftskritik

Kürzlich verstarbst Du, mein Cousin. Du littst unter paranoider Schizophrenie. Oder war es doch eher unsere kaputte Gesellschaft, das Patriarchat, was Dich erst Deinen Verstand und dann Dein Leben kostete? Dein Tod hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe versucht, mir Dein Verhalten zu erklären.

Du warst ein lebensfroher Typ, Partygänger, immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Und ein Mädchenschwarm, der keine Gelegenheit ausließ, so kam es mir vor. Dass der frühe Tod Deines Vaters Dich verletzlich gemacht hatte, ahnte ich damals noch nicht.

Deine Erkrankung kam schleichend. Nicht lange nach der Geburt Eurer Tochter, trennte sich Deine Freundin von Dir. Da hatte sich Dein Wesen für sie wohl schon merklich verändert. Du unterstelltest ihr, Dich betrogen zu haben. Das Kind sei gar nicht von Dir. Sprach da die tief sitzende Angst eines Mannes, zum Gespött der Leute zu werden als gehörnter Depp mit einem untergeschobenen Kuckuckskind?

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Untervögelt oder unterbelichtet? *

Wann immer es Frauen wagen, gegen patriarchale Auswüchse aufzubegehren – insbesondere, wenn es um Sexualität geht –, bellen die getroffenen Hunde zurück mit „Ihr seid ja nur zu prüde/frigide“, „Ihr braucht mal ’nen Schwanz zwischen die Beine“, „Ihr müsst mal richtig durchgefickt werden“ oder eben in der neuen, etwas keckeren Variante „Ihr seid untervögelt“. So wie neulich auf der facebook-Seite des Fußballvereins SV Oberwürzbach. Der Verein wollte sich von einem Pornofilm-Produzenten sponsoren und hierzu den Namen der Hauptdarstellerin auf seine Trikots drucken lassen und handelte sich damit heftige Kritik ein. Dass es in dieser Reihe einen Film gibt mit dem Titel „Inzest – Papa dein Schwanz ist zu groß“, setzte dem ganzen die Krone auf.

Von Unrechtsbewusstsein keine Spur, stattdessen die Infragestellung oder vielmehr das Absprechen eines intakten Sexuallebens der Kritikerinnen.

Ihr getroffenen Hunde wollt den Status „untervögelt“ also einreihen in ‚unterernährt‘, ‚unterwässert‘, ‚unterkühlt‘, ‚übermüdet‘ oder ‚unterversorgt‘ mit Luft und Liebe – alles potentiell lebensbedrohliche Zustände. An Sexmangel ist aber, soweit mir bekannt, noch niemand gestorben. Doch es ist schon klar, was Ihr uns mit „untervögelt“ sagen wollt: dass wir Menschen sind, die wegen Sexmangels schlecht gelaunt sind, sich über Kleinigkeiten aufregen, chronisch unzufrieden und nörgelig, vielleicht sogar hysterisch sind – Frustrierte eben. Mal davon abgesehen, dass mir tagtäglich sehr viele solcher Leute begegnen und die Menschheit demzufolge schon so gut wie ausgestorben sein müsste, kann ich dazu nur sagen: Besonders beglückend ist das Leben für Frauen im Patriarchat auch nicht. Die Frage lautet insofern: Bin ich wenigstens selbstbestimmt „untervögelt“ oder fremdbestimmt „be-vögelt“? Habe ich lieber keinen Sex oder schlechten?

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Aufgeklärt – Göttin sei Dank

Eine Religionskritik

Religionen schaffen geistige Gefängnisse. Sie sind eine bösartige Erfindung von Eliten, um uns zu manipulieren, einzuschüchtern, zu kontrollieren, zu beherrschen; ein Produkt des Patriarchats. Religion ist Opium fürs Volk, also ein Betäubungsmittel, das Menschen fügsam machen soll, das Menschen davon abhalten soll, ihr Leben zu hinterfragen und Widerstand zu leisten gegen ihre Fremdbestimmung. Religionen sind irdisch, nicht göttlich. Sie sind die Feindinnen der Aufklärung und des gesunden Menschenverstandes und allesamt der Gleichberechtigung. Glauben ist Privatsache.

Radikalfeminismus heißt Atheismus

Wir haben nichts gegen Spiritualität. Sie kann helfen, mit Dingen umzugehen, die man nicht versteht, Halt geben in schwierigen Phasen. Wir haben auch nichts dagegen, die Schönheit der Natur als etwas Göttliches zu preisen, im Gegenteil. Im Gegensatz zu Religionen ist beides aber nicht institutionalisiert, nicht autoritär. Mehr haben wir zu diesem Religionsschmonzes nicht zu sagen und verweisen auf eine Rede des Religionskritikers Philipp Möller: https://www.youtube.com/watch?v=PV8tUv-6X8Q

Sonderfall Kopftuch
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Es kann nur einen Feminismus geben – und der ist radikal

Ein Feminismus, der nicht radikal bis an die Wurzel geht, ist für uns kein vollendeter, weil er nicht konsequent ist. Wer den Radikalfeminismus konsequent zu Ende denkt, landet bei der Anarchie, die eben nicht verleumderisch Chaos bedeutet, sondern Freiheit und Selbstorganisation ohne Autoritäten.

Wir möchten das Übel, das uns unserer Freiheit beraubt, an der Wurzel packen, das Patriarchat, das hierarchische Herrschaftssystem, das uns gefangen hält, nicht leugnen, nicht schön reden, nicht reformieren, sondern abschaffen. Des Übels Wurzel, das ist für uns die Sexobjektifizierung von Mädchen und Frauen; das sind korsettartige, einengende gesellschaftliche Rollenzuschreibungen für Frauen, aber auch für Männer; das ist für uns die Religion, die als Gegnerin der Aufklärung Menschen verblödet und unterwirft; das ist für uns der selbsternannte Staat, der Ungleichheit nur da beendet, wo es der Elite nicht grundlegend schadet, sie ansonsten aber zementiert und stetig erneuert und uns das als Rechtmäßigkeit verkaufen will; das ist für uns die Entwertung von Tieren und ihren Lebensräumen, was die Menschheit verrohen lässt, sie von der Natur entfremdet und ihre eigene, also unser aller Lebensgrundlage zerstört.

Wir solidarisieren uns mit allen, die ebenfalls unter diesem Herrschaftssystem leiden und es revolutionieren wollen, solange sie die Unterdrückung der Frauen (ohne * als eigenständige Gruppe) anerkennen. Wer uns Idealismus und Realitätsferne vorwirft, dem sagen wir: Du hast kapituliert vor dem Unrecht. Du richtest es Dir gemütlich oder zumindest erträglich ein in einem Scheiß-System, weil Du privilegiert oder noch nicht gründlich genug auf die Schnauze gefallen bist, weil Du Unangenehmes ausblendest. Du bist unsolidarisch mit denen, die auf der Hierarchie-Leiter unter Dir stehen. Du betrügst Dich und schadest Dir selber, weil Du Dein Mitgefühl verloren, Deine Menschlichkeit ein Stück weit aufgegeben hast. Es mangelt Dir an Phantasie und geschichtlichem Wissen. Denk‘ mal groß! Das Leben könnte so schön sein wie eine Rose, wenn nur das Patriarchat nicht wäre.

Fleisch ist kein Gemüse

Speziesismus ist der Sexismus gegen Tiere

Wenn wir mal ehrlich sind, so waren die ersten Opfer des Patriarchats nicht wir Frauen, sondern die Tiere, zumindest jene, die fortan den Namen ‚Nutztiere‘ bekamen, als wären sie irgendwie andersartige Tiere und um ihre Ausbeutung zu rechtfertigen. So begann die Viehhaltung vor rund zehntausend Jahren in der Jungsteinzeit (etwa 8200 – 6200 v. Chr.), unsere eigene Unterordnung Gerda Lerner zufolge aber erst fünftausend Jahre später (ca. 3100 – 600 v. Chr.). Und wenn wir weiterhin ehrlich sind, so haben wir Frauen an deren Ausbeutung fleißig mitgewirkt, dabei waren Tiere nie schlecht zu uns, sind uns nie in den Rücken gefallen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns selber in ihnen wiedererkennen, die Parallelen zu unserer eigenen Unterdrückung sehen, uns mit ihnen solidarisieren, ihre Ausbeutung nicht länger mitbetreiben, sie aus ihrer Gefangenschaft befreien.

vegane Ernährung

Der Konsum tierischer Lebensmittel mag früher einmal lebensnotwendig gewesen sein, heutzutage ist er es nicht mehr – zumindest nicht in den wohlhabenden Gegenden dieser Welt. Ein Verzicht auf sie wäre ohne Schaden ohne weiteres möglich, wenn es denn nur gewollt wäre. Das Argument mit dem Vitamin B12 zieht nicht. Einzig Bakterien sind in der Lage, dieses Vitamin zu produzieren. Das heißt, Tiere müssen es genauso mit der Nahrung aufnehmen wie wir Menschen. Dies passiert natürlicherweise über die Aufnahme von Erde mit all den Bodenbakterien, industriellerweise über künstliche Anreicherung des Tierfutters. Wir Menschen könnten also genauso gut Erde essen anstelle getöteter Tiere oder – da wir ja von Mutter Erde sehr entfremdet sind – Nahrungsergänzungsmittel. Was ist die Einnahme letzterer schon im Vergleich zu all dem Tierleid?

Radikalfeminismus bedeutet Solidarität mit Tieren

Vegetarische Ernährung kann ein Anfang sein, konsequent ist diese Ernährungsweise aber nicht. Wo bleibt da die Solidarität mit all den Mutterkühen, denen kurz nach der Geburt ihre Kälbchen weggenommen werden, die wegen übergroßer Euter unter chronischen Gelenkentzündungen leiden und im Zeitraffer voraltern? Wo die Solidarität mit den Kälbern, die man absichtlich verhungern lässt, weil sie nicht rentabel sind, oder die nach einem kurzen traurigen Leben auf dem Schlachthof landen oder die ein tristes Milchmaschinenleben erwartet wie ihre Mütter? Wo bleibt da die Solidarität mit all den eingesperrten Legehennen oder männlichen Küken, die der Kapitalismus nicht verwerten kann und sie wie Abfall schreddert? Romantische Vorstellungen von „artgerechter“ Tierhaltung helfen da nicht weiter – eingesperrt und beherrscht bleiben die Tiere trotzdem, ob als Nahrung, Unterhaltung oder Versuchskaninchen für den Menschen. Wer gegen seine eigene Unterdrückung kämpft, kann nicht die Unterdrückung anderer leidensfähiger, sozialer Wesen billigend in Kauf nehmen oder gar wollen.